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Die wechselvolle Geschichte des Museums Junge1 Kunst 1965 - 2014

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Der Kunst verpflichtet, Beitrag anlässlich des 100jährigen Bestehens des Museumsverbandes des Landes Brandenburg e.V. am 30. September 2012

- überarbeitete Fassung vom 24.10.2014 -

Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner


“Nicht in Berlin oder München, sondern in Frankfurt (Oder) findet sich die wertvollste Kunstsammlung der Republik. Wertvoll nicht in materieller Hinsicht und auch nicht auf der Polke-, Rauch- und Richter- Skala. Die Sammlung des Museums Junge Kunst ist wertvoll, weil sie ausschließlich und lückenlos ostdeutsche Kunst zusammenträgt.“

So beglückt die Bürger der Stadt Frankfurt (Oder) über diese Wertschätzung und den sich daran anschließenden Artikel im MUSEUMSFÜHRER2, Die schönsten Kunstsammlungen – noch mehr Entdeckungen, herausgegeben 2012 vom Verlag Die Zeit, Hamburg, auch seien können, es besteht dennoch Erklärungsbedarf. Denn unter welchen Voraussetzungen und Zielstellungen wurde die „Galerie Junge Kunst“ Frankfurt (Oder) in der DDR-Diktatur gegründet und wie sind diese Prämissen in der Praxis umgesetzt worden? Zu fragen wäre aber auch, welchen Einfluss die wechselvolle Geschichte und damit verbunden die Direktoren auf das Museumsprofil hatten und was sich wie und wann bis zum heutigen Tag veränderte, wird die Sammlung des Museums doch gegenwärtig als „die differenzierteste, anregendste“ nicht nur „von Kunst der DDR“ sondern auch „der neuen Bundesländer3“ bezeichnet. Viele Aspekte einer wechselvollen Museumsgeschichte müssten angesprochen werden, die aber leider nur in Ansätzen, angerissen werden können.

1965 - 1983

Am 15.06.19654 wurde das Kabinett der Galerie in der unteren Etage einer Sommervilla aus der Gründerzeit eröffnet. Dieses prächtige Haus eines der ehemals reichsten Frankfurter Bürger, das seinen Charme auch durch billigste technische Einbauten nicht eingebüßt hatte, stand seither für wechselnde Ausstellungen neben einigen Arbeits- und Werkstatträumen und einem  Depot im „Hinterhaus“ zur Verfügung. Nur wenige Monate später traten am 07.10.19655 als zentraler und repräsentativer Ausstellungsort die historischen Räumlichkeiten der gotischen und in der Renaissance eingewölbten 800m² umfassende Rathaushalle für eine Dauerausstellung mit zeitgenössischer Kunst und ein 200m² umfassender hochgotischer Festsaal für Veranstaltungen hinzu. Strukturelle Veränderungen innerhalb der DDR in den 60er6 Jahren bildeten die Basis hierfür. So entwickelte sich Frankfurt (Oder) von einer traditionell agrarwirtschaftlichen Region zu einem modernen und dynamischen Industriezentrum. Andererseits wirkte der Bau der Mauer, die 1961 als „antifaschistischer Schutzwall“ deklariert wurde, als rigide Abschottung gegenüber der Bundesrepublik. Hieraus leitete sich letztlich auch die offizielle Abgrenzung gegenüber der westeuropäischen Kunst ab, der man als Leitbild eine Kunst im Dienste des Sozialismus gegenüberstellte.

Dass diese den kompromisslosen Machtanspruch von Partei und Staat für einen breiten Bevölkerungskreis erlebbar machen und Identifikation ermöglichen sollte, zeigte bereits die Auftaktausstellung in der Rathaushalle, die anlässlich der 7. Arbeiterfestspiele dem Thema „Kunstpreisträger des FDGB“ gewidmet war, bevor die eigene Sammlung hier ihren Platz fand. Parallel dazu wurde das Kabinett unter gleichem Vorzeichen eröffnet. Doch nicht nur die politische Thematik sondern auch die damit in Zusammenhang stehende Bevorzugung von Gestaltungsmerkmalen, welche von Lebensbejahung durch Harmonie, Körperlichkeit und Klassizität geprägt wurden, dominierten die meisten Arbeiten dieser beiden Präsentationen ebenso, wie die Übereignungen und Ankäufe aus den Jahren 1964, 19657. Doch das sollte sich in den folgenden Jahren ändern. Obwohl der Gründungsdirektor Karl-Heinz Maetzke (1915-2000), der die Einrichtung bis 1983 leitete, mit den Bewertungs-kriterien der SED übereinstimmte, war der gelernte Gebrauchsgrafiker durchaus in der Lage, qualitätsvolle künstlerische von handwerklichen Leistungen zu unterscheiden. Auf dieser Grundlage gelangten von 1966 bis 1983 hervorragende Werkgruppen von Malerei, Plastik und Druckgrafik, sowie von Handzeichnungen und Aquarellen in den Besitz des Museums. Diese wurden vor allem von Künstlern geschaffen, die in den 20er Jahren geboren wurden. Dennoch war es bis zum Beginn der 80er Jahre durch seine Weisungsbefugnis weder möglich, non figurative und konstruktiv konkrete Werke zu erwerben, noch Belege für eine eigenständige Variante der Popkunst. Sie blieben bis 1983 nicht nur vom Ankauf sondern auch von Schenkungen ebenso ausgeschlossen wie Werke, die sich mit den Fragen der Struktur von Diktaturen auseinandersetzten. Dass es diese gab, darauf weisen u.a. auch Arbeiten aus dem Besitz des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR8 hin, die für Präsentationen im kapitalistischen Ausland gedacht, den Museen nach dem Zusammenbruch der DDR zur Übereignung angeboten wurden. Aber auch an einzelnen Arbeiten der zentralen Ausstellung „Junge Künstler der DDR“, die ab 1974 alle zwei Jahre in der Rathaushalle des Museums gezeigt wurde, wird das erkennbar.

Generell lässt sich trotz Ver- und Geboten ein abwechselungsreicher Museumsalltag konstatieren. So konnte der Besucher neben der Ständigen Ausstellung und den Präsentationen von Jungen Künstlern des Landes und Kunstschaffenden unseres Bezirkes bis zu zehn Wechselausstellungen im Jahr besuchen. Diese informierten über die Arbeit eines Künstlers bzw. einer Gruppe oder nahmen zu historischen wie politischen Themen Stellung. Aber auch Schüler-9 und Laienarbeiten10 wurden vorgestellt. Hinzu traten die seit 1972 jährlich stattfindenden Präsentationen mit polnischer Kunst, die von 1972 bis 1976 Einblick in das Schaffen aus der Wojewodschaft Zielona Góra und nach 1977 bis 1990 in das von Gorzów gaben. Letztlich war es aber auch den guten Kontakten von K.-H. Maetzke  zum Berliner Kulturministerium zu verdanken, dass die Mittel für den Ankauf kontinuierlich stiegen, ebenso wie die Zahl der wissenschaftlichen, pädagogischen und technischen Mitarbeiter. Das wiederum hatte zur Folge, dass immer neue Besuchergruppen durch Führungen, Kunstgespräche und Vorträge sowie Ausstellungen in und außerhalb des Museums gewonnen werden konnten. Neben Faltblättern  entstand ein Museumskompendium (1975)11, in dem vom Direktor das Sammlungs- und Ausstellungskonzept nachdrücklich erklärt und begründet wurde, sowie drei Bestandskataloge der  Jahre 1965-197812.
Sowohl als Basis wie auch als Ergebnis der Museumsarbeit sind die Ankäufe zu sehen, die unter der Leitung von Direktor Karl-Heinz Maetzke in 19 Jahren seiner Amtszeit, d. h., von 1964-1983 erfolgten. Es handelt sich um 5.887 Arbeiten, darunter um 433 Bilder und um 216 Plastiken. Hinzu kommen 476 Werke des bildnerischen Volkskunstschaffens.

1983 - 1990

Unter den beiden nachfolgenden Museumsdirektoren, die wie der Gründungsdirektor zuvor im Kulturministerium in Berlin tätig waren, änderte sich das Museumskonzept, worin sich sowohl eine Veränderung in der politischen und wirtschaftlichen Situation innerhalb der DDR ebenso widerspiegelt, wie der Generationswechsel der nachfolgenden Leiter. So ließen der Kunstwissenschaftler K.-H. Kukla,  (geb. 1934)13, die amtierende Direktorin, Literaturwissen-schaftlerin Dr. W. Endler (geb. 1949)14 und der Historiker R. Quaiser (geb. 1939)15 den Kunsthistorikern des Museums, von wenigen Ausnahmen abgesehen, was ausreisewillige sowie regimekritische Künstler betraf,  freie Hand bei den Ankäufen. Jetzt jedoch wurde das Hauptaugenmerk auf Diejenigen gerichtet, die in den 30er und 40er Jahren geboren wurden. Weitere Räume wie der Festsaal in der Rathaushalle oder in der Gründerzeitvilla wurden für Ausstellungen nutzbar gemacht, wobei in der sogenannten „Werkstatt junge Kunst“16 im Kabinett Positionen vor allem von jungen Künstlern zur Diskussion gestellt wurden. Das Geld für Ankäufe stand dabei bis 1991 ebenso wie Personal immer noch in verhältnismäßig hohem Maße zur Verfügung. Darüber hinaus nahm die Zahl der Museumsbesucher zu, denn in dem kleinen und abgeschotteten Land DDR gab es nicht nur viele Freundschaftsverträge mit Betrieben und Kombinaten, für die ein Museumsbesuch nicht allein eine unterhaltsame Abwechselung in den „grauen Alltag“ brachte, sondern laut der Kultur- und Bildungspläne die Voraussetzung für eine Prämie war. So wurde nicht zuletzt durch die Pressezensur bedingt in den Ausstellungen oft mehr über die Inhalte diskutiert, wobei das Kunstwerk in seiner ästhetischen Besonderheit nicht selten eine Nebenrolle spielte. Auch besuchten das Museum zahlreiche Reisegruppen aus dem sozialistischen Ausland. Neben zahlreichen Faltblättern zu Wechselausstellungen wurde der Bestandskatalog17 bis in das Jahr 1985 weitergeführt. Nach dem Zusammenbruch der DDR gehörte es mit zu den letzten Dienstobliegenheiten von Direktor Quaiser, das Museum, welches als Bezirksmuseum automatisch in die Landeshoheit übergegangen wäre, der Stadt „zuzuschlagen“18, was bei seiner weiteren Finanzierung nicht ohne Folgen blieb.
Nichtsdestotrotz bildeten die Basis für die zukünftige Arbeit die Ankäufe. Während der Amtszeit von den Direktoren Karl-Heinz Kukla, Dr. Waltraud Osten (Endler) und Rudolph Quaiser in den Jahren 1984-1990, d. h., in  diesen 7 Jahren, gelangten 2.701 Arbeiten, darunter 167 Bilder und 48 Plastiken in unseren Bestand. Hinzu kamen 351 Werke des bildnerischen Volkskunstschaffens.

1990 - 2001

Mit der Wiedervereinigung sollten gewaltige Umbrüche das Leben der Ostdeutschen und damit in Zusammenhang stehend auch den Kultur- und Kunstbereich verändern. Auch gab es in der neuen demokratischen Gesellschaftsform keinerlei Vorschriften mehr, weder für das Ankaufen noch für das Ausstellen und Publizieren sowie für das Vermarkten19 von Kunst. Dieser äußerst positiven Tendenz für ein qualitätsorientiertes und zügiges Arbeiten stand gegenüber, dass bei dem neuen Träger, der Stadt Frankfurt (Oder), der Geldfluss bei objektiv höheren Kosten geringer wurde. Das betraf vor allem das Personal. Während 198920 neben dem Direktor noch elf Wissenschaftler arbeiteten, waren es 199221 noch zwei und seit 199722 nur noch ein Mitarbeiter, da jetzt auch die Stelle des Museumspädagogen ersatzlos gestrichen wurde. Das war um so bedauerlicher, da die Welt jetzt für viele neue Bundesbürger größer und spannend, bunt und grenzenlos erschien und auch die staatlich verordneten Pflichtbesuche des Museums entfielen. Um jeden Gast musste nun geworben werden. Parallel dazu sanken die Mittel für Kunstankäufe, bis sie 1995 völlig versiegten. Aber auch Geld für umfangreichere Publikationen war nicht vorhanden. So spielte nicht zuletzt hierfür auch die finanzielle Misere der Stadt eine Rolle, wie sie u. a. auch durch den Zusammenbruch der Industrie23 und durch den kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl24 hervorgerufen wurde. Erwähnung finden muss aber auch, dass das Ministerium für Kultur in Brandenburg  das Museum Junge Kunst in wesentlichem Maße unterstützt, wobei dies ausschließlich über jährlich neu einzureichende Projektanträge erfolgt.

Doch so viele Probleme es einerseits gab, setzten diese bei den wenigen verbliebenen Mitarbeitern andererseits auch ein gewaltiges Potential von Kampfgeist und innovativen Projekten, verbunden mit deren Umsetzung frei. Die Basis hierfür bildete trotz vielgestaltigster Veränderungen im Einzelnen immer eine langfristig geplante, sowohl konzeptionell wissenschaftliche als auch museumspraktische, zielorientiert nachhaltige Arbeit. Diese wiederum basierte auf einem seit 1990 grundsätzlich veränderten Sammlungs- und Ausstellungskonzept25 in einer seit 1995 technisch modern ausgestatteten  Rathaushalle26. So wurde das Konvolut von Malerei, Plastik und Grafik aus den Jahren von 1883 bis 1945, das  ca. 8% des damaligen Bestandes umfasste und unter dem Begriff der proletarisch revolutionären Kunst27 zusammengetragen worden war, geschlossen. Von nun an sollte das  Hauptaugenmerk auf das Schaffen von Künstlern gerichtet werden, die in den 40er bis 60er Jahren geboren wurden. Hinzu kam als Bedingung für Ankäufe wie Ausstellungen, dass der Einzelne einen Teil seiner Lebenszeit auf dem einstigen Territorium der DDR gelebt und/oder gearbeitet haben musste. Während diese geografische Zuordnung äußerst einfach war, bleiben die Fragen interessant: Wie ließ sich am besten feststellen, was der Sammlung fehlte, und wie konnte man die wichtigsten Werke der entsprechenden Künstler finden und finanzieren? Einen Weg hierzu sah die Direktorin in der Auflösung der Ständigen Ausstellung, so dass ab 1990, jedes Jahr unter anderen Gesichtspunkten, meist für zwei Monate eine bis drei Präsentationen mit Arbeiten aus dem Besitz28 des Museums vorgestellt wurden. Nicht zuletzt konnte so der gesamte Bestand aus unterschiedlichsten Blickwinkeln hinterfragt und Lücken konnten geschlossen werden. Hilfreich hierbei waren die Wechselausstellungen von Künstlern, wobei für diese in den jeweiligen Ateliers das gesamte bisherige Schaffen je nach Ausstellung von der Direktorin oder ihrem Stellvertreter gesichtet und unter konzeptionellen Gesichtpunkten bewertet und ausgesucht wurde. Das betrifft zum einen die Gruppenausstellungen aus einzelnen Neuen Bundesländern mit jungen Künstlern, die in den 60er Jahren29 geboren wurden, ebenso wie Personalausstellungen mit diesen30, und zum anderen die Einzelausstellungen mit Ausgereisten31. Die Gemeinsamkeit in dieser Vielfalt bestand dabei in der Qualität32 des Schaffens der jeweiligen Künstler, d. h., im gelungenen Dialog vom Anliegen und dessen ästhetisch eigenwilliger Umsetzung unter Berücksichtigung der Vielfalt von kunsthistorischen Anknüpfungen und Absetzungen. So wurden Präsentationen von  H. H. Grimmling, A. R. Penck, G. Schlesinger, R. Loewig, gezeigt, die sich meist mit dem Lebenswerk auseinandersetzten.

Hervorzuheben sind auch die umfangreichen Ausstellungen mit Klassikern aus vergangener Zeit33, die bis heute ihre Aktualität nicht eingebüßt haben, wie z. B. Rembrandt, H. van Rijn, O. Dix, M. Beckmann bis hin zu W. Stöhrer und M. Ernst, wobei unsere Partner hier Museen, Institute oder Akademien waren. Aber auch die Biennale34, die gemeinsam mit dem Wichernheim und den Arbeiten von geistig Behinderten und psychisch Kranken  von 1997 bis 2005 zusammengestellt wurde, sowie eine Präsentation der berühmten Gugginger Künstler aus Wien35, boten eine besondere Facette der Arbeit. Kontinuierlich wurden darüber hinaus die jährlichen Präsentationen mit polnischer Kunst weitergeführt36, die jetzt mit aktueller streitbarer Kunst aus dem gesamten Land vertraut machten. Das Beste hiervon fand ab 1991 Eingang in unsere Sammlung polnischer zeitgenössischer Grafik, die 441 Blätter umfasst. Leider musste das Sammeln 2004 wieder eingestellt werden, da keine Sponsoren hierfür gefunden werden konnten.

Aber nicht nur hier lagen Erfolg und Niederlage, Freude und Schmerz dicht beieinander. So konnten die Rückführungsansprüche der Alteigentümer für die Gründerzeitvilla durch die gute dokumentarische Arbeit der Kollegen im Zusammenhang mit der Unterstützung durch das Kulturministerium Brandenburg abgewiesen werden. Doch kurz nach diesem Erfolg wurde sie auf die Verkaufsliste der Stadt gesetzt, was zur Folge hatte, dass vorhandene Sponsoren Abstand von einer Teilsanierung nahmen. Dennoch überwiegt bei den Mitarbeitern  die Freude und der Stolz auf das Geleistete, was sich u.a. auch in unseren Druckerzeugnissen manifestiert. Kataloge wie „TENDENZ KONSTRUKTIV + KONKRET“37 und  „ZWISCHEN EXPRESSIVITÄT UND SACHLICHKEIT“38 oder die 4 Bände zur Arbeit von  „Jungen Künstlern“ aus den neuen Bundesländern39 ebenso wie ein Katalogbuch40 zu den besten Arbeiten, die in der DDR entstanden, müssen hier Erwähnung finden. Während die ersten noch von der Stadt bezahlt werden konnten, ist Letzteres von einem Mäzen aus den alten Bundesländern finanziert worden. Da diese Publikationen im Schriftenaustausch in Kunstmuseen und Sammlungen in das gesamte Bundesgebiet gehen, werden die Kontakte immer breitgefächerter, was dem Museum nicht zuletzt auch bei Leihersuchen für hochwertige Wechselausstellungen zugute kommt. Darüber hinaus wird auf das Schaffen der in den Publikationen vertretenen Künstler bundesweit aufmerksam gemacht.
Gerade in der Zeit nach dem Zusammenbruch der DDR, wo bis 1992 die Anzahl der Wissenschaftler  um 90% reduziert wurde und die Ankaufmittel von der Stadt ab 1995 bis auf den Erwerb von polnischer Grafik völlig ausblieben, wurde vom stellvertretenden Direktor Armin Hauer und der Direktorin Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner die Basis für die museale Arbeit durch ihr kuratieren von über 100 Ausstellungen in der Rathaushalle, im Kabinett bzw. im PackHof und außerhalb des Museums gefestigt, konnten doch nicht zuletzt hierdurch über 1.168 Arbeiten erworben werden.

2002 - 2014

Im Dezember 2001 sollte die Fusion mit dem Städtischen Regionalmuseum Viadrina41 eine weitere Minimierung der Arbeitskräfte mit sich bringen. Aber nicht allein der Verkauf des „Kabinetts“ durch die Stadt, der einen Umzug im August 2003 von einer großbürgerlichen Sommervilla mit Deckenmalereien und Holzvertäfelungen nach sich zog, die  noch einen Hauch großbürgerlich mondänen Flairs aus dem Frankfurt (Oder) der Gründerzeit erahnen ließ, in einen Zweckbau von 200m² Ausstellungsfläche, der als ehemalige Warenablage diente, war eine große Herausforderung. Erschwerend kam noch  der Umzug aus dem zum Kabinett gehörenden Depotgebäude, in ein hiervon getrennt und entfernt liegendes, hinzu. Doch auch der kontinuierliche Rückgang der Bevölkerung42 wirkt sich letztlich auch auf die Arbeit erschwerend aus, gehörten doch nicht wenige von denen, die unsere Stadt verließen, zu den „Stammgästen“ des Museums.  Aber auch die Freude über den Hoffnungsträger „First Solar“, der seit 2007 in Frankfurt investierte und seine Kapazität 2011 sogar verdoppelte, so dass 1.200 Beschäftigte hier Arbeit fanden sollte vergehen, schloss das Werk zum 30.12.2012. Nicht zuletzt trug auch das dazu bei, dass sich die Eigenmotivation des Teams in Bezug auf das zu Leistende, die schon immer stark war, sich jetzt noch einmal steigerte. So maßen wir als Konstante bei allen Veränderungen innerhalb der Arbeit auch weiterhin der Qualität uneingeschränkte Priorität zu. Das betraf und betrifft  die  Auswahl der Erwerbungen und damit verbunden deren Präsentation, sowie die Bearbeitung und Vermittlung des Gezeigten.
Die Vielfalt an neuen Sichten und Bezügen bei den jährlichen Ausstellungen aus dem Besitz des Museums43 konnte in der Rathaushalle dadurch noch intensiviert werden, dass ab 2007 jährlich ein kleiner Katalog über Künstler und Werk zu diesen Präsentationen herausgegeben wurde. Hinzu traten bis 2011 drei umfangreiche Katalogbücher44 mit Arbeiten aus unserem Besitz, die durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oder/Spree und unserem Förderverein finanziert wurden. Während die Biennale „Meine Welt“45 nur noch bis 2005 gezeigt wurde, waren auch weiterhin Personalausstellungen mit herausragenden Künstlern zu sehen, die die DDR verließen.46 Als Folge davon kamen größtenteils wesentliche Werke von C. Schleime, H. Leihberg, C. Prinz und C. Hänsel, A. Werkmeister, P. Herrmann, L. Friedel, H. Scheib in Museumsbesitz. Wo es sich anbot, wurde parallel zu Präsentationen in der Rathaushalle die Marienkirche genutzt, nicht zuletzt, um Touristen in das Haus zu locken. Aber auch die Präsentation von Werken, die europäische Bedeutung47 haben, wurden durch international bekannte Privatsammler möglich, die das Museum Junge Kunst schätzen gelernt hatten und uns Sonderkonditionen gewährten. Hier waren es jetzt neben dem gesamten grafischen Werk von  F. de Goya, vor allem ästhetische Dialoge zwischen Künstlern verschiedener Länder, Zeitebenen und Stilformen. “Barocke Grotesken“ mit Arbeiten des Italieners G. B. Piranesi und des Engländers W. Hogarth sowie des Spaniers Goya wurden miteinander in Beziehung gesetzt, ebenso wie die „Rückschau in die Moderne“, die mit Werken der berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts aus Europa und Amerika bekannt machte. Aber auch die Ausstellung „Totentanz“  wäre zu nennen, die Arbeiten aus dem Spätmittelalter bis in die Gegenwart zum Thema Tod vorstellte. Gerade diese Präsentationen erweiterten den Kreis der Interessierten sowohl in Frankfurt (Oder) als auch bei den Berliner Kunstfreunden, aber vor allem auch unter den Studenten der Europa-Universität Viadrina.

Personalausstellungen jüngerer Künstler48, die in den 70er Jahren geboren wurden und jährlich stattfindende polnische Präsentationen49 mit Co-Kuratoren aus jenem Land vervielfältigten das Angebot, wobei eine der Ausstellungen ab 2010 regelmäßig auch in Polen gezeigt wurde. Nicht zuletzt konnte auf der Grundlage der konzeptionell durchdachten theoretischen Arbeit, die in der Museumspraxis nachvollziehbar war, ab 2010 ein Kooperationsvertrag mit der Europa-Universität Viadrina50 geschlossen werden. Als Folge hiervon wurden sowohl Arbeiten aus dem Bestand als auch Leihgaben, unterstützt durch digitale Bildbeispiele, einer theoretischen Erörterung in Seminaren unterzogen. Ein Höhepunkt war darauf aufbauend 2013 eine Biennale mit Werken von jungen Künstlern der Neuen Bundesländer51, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree sowie durch unseren Förderverein finanziert und durch einen Katalog begleitet wird. Dass hier Studenten unter Anleitung der Direktorin arbeiten können und darüber hinaus mit Künstlern ihrer Generation ins Gespräch kommen, wobei das Kommunizierte noch veröffentlicht wird, spricht für sich, ebenso wie der Erwerb von fünf Dauerleihgaben, die wir uns von diesen Künstlern aussuchen dürfen. Darüber hinaus werden ab 1994 parallel zu kunsttheoretischen Seminaren Studenten kontinuierlich in die Vorbereitung der Ausstellungen aus Museumsbesitz einbezogen. Bereits 2012 gelang es u.a. mit dem Kulturhistorischen Museum der Hansestadt Rostock52 ebenso wie mit mittelständischen Unternehmen Kooperationsverträge abzuschließen, die die Arbeit in den folgenden Jahren bei bereits jetzt feststehenden Projekten in Zusammenarbeit mit dem Förderverein unterstützen werden. Aber auch die Schulen und in besonderem Maße die Kitas wurden und werden in die Arbeit aktiv einbezogen. Nicht zuletzt soll das Museum ein Ort des Genusses, der aktiv kreativen Beteiligung, aber damit untrennbar verbunden, ein nicht zu unterschätzender und vor allem unverzichtbarer Raum der kulturellen Bildung sein. Dass er das seit langem ist, davon künden Beiträge einiger Studenten und aller bisherigen Rektoren der Europa- Universität Viadrina, die man, wie könnte es anders sein, im Internet nachlesen kann.
Die weit über 100 Ausstellungen, die im Zeitraum von 2002 bis zum Oktober des Jahres 2014 von Herrn Hauer und der Direktorin kuratiert wurden, trugen wesentlich dazu bei, dass weit über 500 Arbeiten erworben werden konnten.

Zusammenfassend kann für die Jahre  1990 bis 2014 festgestellt werden: Trotz geringster Mittel und minimalem Personal konnten durch eine fundierte fachliche und engagierte, zielgerichtete Arbeit innerhalb von 23 Jahren ca. 250 Ausstellungen kuratiert und gezeigt werden. In diesem Zeitraum wurden darüber hinaus über 2.000 Werke, nicht zuletzt auf  Grund dieser erfolgreich durchgeführten Präsentationen, erworben. Aber auch die Publikationen sind es, die diese Arbeit belegen.

Claus Friedrich Holtmann stellte im Zusammenhang mit der unmittelbar bevorstehenden Ausstellungseröffnung „eigenWilligkeit“53 fest:
„Die Stadt Frankfurt (Oder) kann mit Recht stolz auf ein Museum sein, welches sich der Gegenwart widmet und nicht nur der Vergangenheit ein Denkmal setzt. Dieses Museum öffnet sich seit Jahren einem jungen Publikum. ...Mittlerweile ist dieses Museum zu einem Ort der kulturellen Bildung in all ihrer Nachhaltigkeit geworden....Eine Auseinandersetzung mit Kunst ist zugleich eine Möglichkeit der Selbsterkenntnis, ein sich Öffnen für Neues und für ein Suchen und Finden von Lösungsmöglichkeiten für das bisher so nicht Dagewesene. Das Museum Junge Kunst arbeitet in diesem Sinne für ein schöpferisches und kreatives Klima.“54

Ab 01.11. 2014 ist die Direktorin des Museums Junge Kunst Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner (geb. 29.07.1949), die zugleich auch als Sammlungsleiterin für Malerei, Aquarelle und Zeichnungen dieses Museums sowie als Direktorin des Stadt- und Regionalmuseums Viadrina tätig ist, im Ruhestand. Nach einer mehrmonatigen Pause, wird diese Stelle ausgeschrieben und besetzt.
Voraussichtlich ab Mai 2015 wird so ein neues Kapitel Museumsgeschichte geschrieben werden.


Anmerkungen und Erläuterungen zu "Die wechselvolle Geschichte des MJK 1965 - 2012"


1. Der Begriff „ JUNGE KUNST“, bezog sich nicht in erster Linie auf das Alter der Künstler. Vielmehr enthielt er eine Wert- und Bewertungshierarchie, die sich in der für alle Museen gültigen Honorarordnung des Ministeriums für Kultur vom 10.10. 1978 widerspiegelte. Näheres über die Vorstellung vom oft zitierten Neuen und gleichsam Jungen, d.h. von der Spezifik sozialistischer Modernität, dass, wenn auch in modifizierter Form, bis zum Zusammenbruch der DDR zur Schaffensgrundlage zahlreicher Künstler wurde, finden sie bei:  Brigitte Rieger-Jähner: KUNST AUS OSTDEUTSCHLAND? ES BESTEHT ERKLÄRUNGSBEDARF! In: OSTDEUTSCHE KUNST- ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE. Aus der Sammlung des Museums Junge Kunst, Freudenstadt 2000, S.7

2. Hrsg.: Hanno Rauterberg, Hamburg 2012, S. 9

3. Peter Sager: Abgehängt. In: Zeitmagazin Nr. 18 vom 29.4.1994, Düsseldorf, S. 34

4. Beschlussprotokoll vom 27.10.1964 der Beschlussvorlage des Bezirkes Frankfurt (Oder), Beschluss 206-26/64, Anlage 5, S. 6

5. ebd.

6. Der Gründungszeitraum war durchaus kein Zufall. So wurden im selben Monat  (20.10.1965) die Galerie Neue Meister in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und vier Jahre später (14.5.1969) der erste und einzige Museumsneubau der DDR in Rostock mit gleichem Sammlungsprofil gegründet. Als dritte Neugründung eines Kunstmuseums müssen 1977 die „Kunstsammlungen Cottbus“ genannt werden, die sich ab 1991 „Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus“ und ab 2006 “Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus“ nennen.

7. Näheres dazu im Inventarbuch Bd. 1. So wurden z. B. fast alle der ersten 160 Arbeiten, wobei die erste bereits am 5.3.1964 erworben wurde, durch den Rat des Bezirkes Frankfurt (Oder) sowie durch das Ministerium für Kultur übereignet.

8. Hervorgehoben werden müssen so z.B. von Hans-Hendrik Grimmling „Das Gesetz von den kommunizierenden Röhren oder Bemühungen um Harmonie“, das der Künstler 1978 schuf. Es wurde im November 1989 übereignet oder Lutz Friedels Polyptychon „Stadt. Karambolage“ (Zusammenstoß der Rolltreppen), das 1980 entstand und im Dezember 1990 übereignet wurde.

9. Die von nun an kontinuierlich stattfindenden Ausstellungen begannen 1967 (8.2.-28.2.) mit der Präsentation „Kinderzeichnungen aus dem Bezirk Frankfurt (Oder). Darüber hinaus erschien ein Katalog „ Kinder in der Galerie Junge Kunst. GALERIEFÜHRER FÜR KINDER UND ELTERN“, Autor: Evelin Grunemann, o. J. (36 Seiten).

10. Werke von Laienschaffenden, d.h., Künstlern, die keinen Studienabschluss aufzuweisen hatten, wurden erstmals von Dezember 1966 bis Januar 1967 in Zusammenarbeit mit dem Bezirkskabinett für Kulturarbeit gezeigt. Die erste von insgesamt 827 Arbeiten wurde am 25.7. 1969 erworben, die letzte am 12.2.1990. Dieser Sammlungsbereich wurde 1991 geschlossen. Arbeiten mit hohem künstlerischen Wert wurden in die einzelnen Sammlungsbereiche des Museums überführt. Die anderen werden als Zeitdokument aufbewahrt. 1988 wurde hierzu ein Katalog (96 Seiten) vom Museum herausgegeben, der einen Text „Bildnerisches Volksschaffen in der DDR oder Volkskunst heute“ unserer Museumspädagogin  Evelin Grunemann enthielt. Die Ausstellung gleichen Titels fand im Festsaal (23.6.-14.8. 1988) anlässlich der 22. Arbeiterfestspiele statt.

11. Karl-Heinz Maetzke: Museums-Kompendium. Galerie Junge Kunst Frankfurt/Oder (290 Seiten), Leipzig 1976

12. Bestandskataloge:„ERWERBUNGEN 1965-1972“, Malerei, Plastik, Aquarelle, Handzeichnungen (96 Seiten). Vorwort: Karl-Heinz Maetzke; Bearbeitung: Manfred Tschirner, Armin Hauer, Schwerin 1987; „ERWERBUNGEN 1972-1978“, Malerei, Plastik, Aquarelle, Handzeichnungen. Vorwort: Karl-Heinz Maetzke; Bearbeitung: Manfred Tschirner, Rostock 1978. Überarbeitete Neuauflage: Bearbeitung: Manfred Tschirner, Armin Hauer (96 Seiten), Rostock 1987

13. Die Amtszeit von Karl- Heinz Kukla erstreckte sich von  1984 - 1987.

14. Dr. Waltraud Osten (Endler) war von September 1987 - September 1989 als amtierende Direktorin tätig.

15.
Rudolph Quaiser war von September 1989  bis August 1990 als Direktor tätig.

16. Diese Reihe mit kontinuierlich stattfindenden Präsentationen wurde mit der „WERKSTATTJUNGE KUNST. Nr.1, "WALTER LIBUDA“, Malerei. Grafik. Objekte am 22.1. 1985 eröffnet und von Dr. Brigitte Rieger-Jähner kuratiert. Es erschien ein Faltblatt mit Text von ebd.

17. Hierbei handelt es sich um die Kataloge Galerie Junge Kunst Frankfurt (Oder), Erwerbungen 1978-1985. Malerei, Plastik, Aquarelle, Handzeichnungen, Teil 1 A-L (96 Seiten) Bearbeitung: Armin Hauer, Rostock 1986 und  Teil 2 M-Z, (96 Seiten) Bearbeitung: Armin Hauer, Rostock 1986

18. Bei der Amtsübernahme von Prof. Dr. Rieger-Jähner als Direktorin im August 1990 wurden dieser von ihrem Vorgänger keinerlei Dokumente bzw. Unterlagen übergeben, die die Überleitung von einem Bezirks- in ein Stadtmuseum festschrieben. Ihr kontinuierliches Bemühen dies rückgängig zu machen und das Museum Junge Kunst in die Trägerschaft des Landes zu überführen, um seine Existenz abzusichern und es auch finanziell besser auszustatten, stießen jedoch bei  der Beauftragten des Landes Brandenburg Britta Schellin und allen bisherigen Ministern für Wissenschaft, Forschung und Kultur, d.h. bei  Heinrich Enderlein ( Az. d. i. Amtszeit: 1990-1994), Steffen Reiche ( Az.:1994-1999), Wolfgang Hackel (Az.:1999- 2000), Prof. Dr. Johanna Wanka (Az.:2000-2009) und Dr. Martina Münch (2009-2011), trotz ihrer immer wieder bekundeten Wertschätzung für die Arbeit unseres Museums, auf Ablehnung.

19. Ab 1994 hieß die "Galerie" MUSEUM JUNGE KUNST. Der Grund der Umbenennung bestand darin, dass bis dahin zahlreiche Gäste unserer Stadt, ebenso wie auch Banker und Unternehmer aus den alten Bundesländern, die sich temporär in Frankfurt (Oder) aufhielten, zahlreiche Gespräche mit mir als Direktorin führten, wollten sie doch das in der Rathaushalle Gesehene kaufen. Erst der Hinweis, dass wir keine  kommerzielle Galerie, sondern ein Museum seien, sorgte für Aufklärung. Viele Bundesbürger kannten die Galerie Junge Kunst bis zum Zusammenbruch der DDR nicht.

20.
1989
arbeiteten 32 Mitarbeiter im Museum. 
Personalstatistik:
-1
Direktor
-9  Wissenschaftler, davon:
     6 Sammlungsleiter
     Bibliothekarin/ Archivarin
     Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie
     Museumspädagogin
-1   Grafiker    
-1    Fotograf
-1   Verwaltungsleiterin
-1    Haushaltssachbearbeiterin
-2    Sekretärinnen
-1    Technischer Leiter
-1    Hausmeister
-1    Depotmeister
-2    Ausstellungstechniker
-3    Wachschutz
-1    Kraftfahrer
-5    Aufsichtskräfte, Teilzeit
-1    Aufsicht und Cafeteria
-1    Reinigungskraft
 

MJK-Struktur 1989

21. Bei diesen handelte es sich um den stellv. Direktor und Sammlungsleiter der Plastik und deutschen sowie polnischen Grafik und die Museumspädagogin, wobei ich als Direktorin seit meiner Amtsübernahme zugleich für die Bereiche der Malerei, Aquarelle und Zeichnungen zuständig war und bin.

22. Personalstatistik 1997
Es arbeiteten noch 9 Mitarbeiter im Museum

1) Direktorin, Sammlungsleiterin für Malerei, Aquarelle, Handzeichnungen, Kuratorin
2) Stellv. Direktor, Sammlungsleiter, Plastik/Objekte, deutsche- und polnische Grafik, Kurator
3) Sekretärin/Haushaltsachbearbeiterin
4) Depotmeister/Papierrestaurator/Ausstellungstechniker
5) Ausstellungstechniker
6) Sekretärin
7) Hausmeister
8) und 9) Aufsichtskräfte und Kassierer in Teilzeit



23. Unter der Industrie ist vor allem das Kombinat HALBLEITERWERK mit seinen angeschlossenen Betrieben wie z. B. Kindergärten, Einrichtungen des Gesundheitswesens und des Sportes sowie der Kultur zu verstehen. Es besaß 1989 noch ca. 9.000 Mitarbeiter. Der Abbau erfolgte ab 1990.

24. Die Einwohnerzahl (mit Hauptwohnsitz) in Frankfurt (Oder) betrug:
1989   87.126  Bürger
1990   86.131 (-992)
1991   85.357 (-774)
1992   84.973 (-384)
1993   84.341 (-632)
1994   82.048 (-2293)
1995   80.374 (-1672)
1996   79.280 (-1094)
1997   77.379 (-1901)
1998   75.088 (-2291)
1999   73.186 (-1902)
2000   71.468 (-1720)
2001   69.735 (-1733)
Damit verringerte sich die Einwohnerzahl von 1989-2001 um 17.391 Bürger.

25. Das Sammlungs- und Ausstellungskonzept war und ist eng miteinander verflochten. Dabei spielt der Begriff von künstlerischer Qualität eine wesentliche Rolle. Näheres zu den Konzepten und diesem Begriff bei: Brigitte Rieger-Jähner: KUNST AUS OSTDEUTSCHLAND? ES BESTEHT ERKLÄRUNGSBEDARF! In: OSTDEUTSCHE KUNST ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE. Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Freudenstadt 2000, S. 11-13 und Brigitte Rieger-Jähner: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Dresden 2001, S. 90, 91

26.
Die Sanierung und Umgestaltung der Rathaushalle wurde in wesentlichem Maße durch den Vorstand der Grundkreditbank in Berlin unterstützt. Der Vorstandsvorsitzende ermöglichte durch das zur Verfügung stellen des Kunstforums in Berlin, Arbeiten aus unserem Bestand in 2 Präsentationen ( Teil 1 vom 23.10-12.12.1993, Teil 2 vom 6.1.-20.3.1994) unter dem Thema: „...auch deutsche Kunst“ vorzustellen. Diese umfassten in Teil 1  Malerei und Plastik aus den Jahren 1945 bis 1979 und im Teil 2. Werke aus den Jahren 1980 bis 1993. Bei der erfolgreichen „Voreröffnung“ besuchten die Ausstellung über 200 geladene Gäste aus Industrie und Wirtschaft. Zur Ausstellung erschien ein von der Bank finanzierter Katalog (20 Seiten) gleichen Titels mit einem Vorwort vom Vorstandsvorsitzenden Jürgen Bostelmann und eine „Museumsskizze“ von der Direktorin.

27.
Näheres dazu von Armin Hauer: „Deutsche Kunst vor 1945. Der fragmentarische Blick. In: OSTDEUTSCHE KUNST ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE. MUSEUM JUNGE KUNST FRANKFURT/ODER, Freudenstadt 2000, S. 18

28. Bis 1990 existierte eine STÄNDIGE AUSSTELLUNG. Alle Präsentationen ab 1991 aus eigenem Besitz fanden in der Rathaushalle statt und wurden,  je nach Sammlungsbereichen, von Armin Hauer (Plastik, Objekte, deutsche und polnische Druckgrafik) und der Direktorin Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner   (Malerei, Aquarelle, Zeichnungen) gemeinsam kuratiert.
1. 1991 „… auch deutsche Kunst“: Malerei, Plastik von 1945-1990
2. 1992 „… auch deutsche Kunst II“; Malerei, Plastik von 1945-1990, aus den 70er und 80er Jahren
3. 1993 „… auch deutsche Kunst III"; Malerei, Plastik und Arbeiten auf Papier, entstanden in den 80er und 90er
    Jahren
4. 1994 „BALANCE, Kunst zwischen gestern und morgen“, Teil I; Malerei, Plastik, Objekte, Arbeiten auf Papier,
     entstanden zwischen 1945 und 1980
5. 1995 „BALANCE, Kunst zwischen gestern und morgen“, Teil II; Malerei, Plastik, Objekte, Arbeiten auf Papier von
    1980-1994
6. 1995/1996 „BALANCE Kunst zwischen gestern und morgen“, Teil III, Malerei, Plastik, Objekte, Arbeiten auf
    Papier von 1980-1994
7. 1996 „DIE MACHT DES RAUMES“; Plastik-, Objekt-, Skulptur-, Installation 1945-1995
8. 1996 „SCHRITT INS UNGEWISSE“, Malerei, Plastik, Objekte der 80er und 90er Jahre
9. 1997 „GESTERN-HEUTE-MORGEN“, Arbeiten auf Papier 1945-1996
10.1998 „DIE MACHT DES RAUMES“, Plastik, Objekt, Skulptur, Installation, 1945-1998
11.1998 „DIE KRAFT DER FARBE“, Malerei, 1945-1997
12.1999 „POLNISCHE GRAFIK DER GEGENWART“, 135 Druckgrafiken von 39 Künstlern
13.1999 „OHNE RABATT“, Malerei, Plastiken, Objekte, Skulpturen, Installationen 1945-1996
14.2000 „KONFRONTATION-ZERREISSPROBE“, Malerei, Grafiken, Plastiken, Skulpturen, 1945-1995
15.2001 „KONFRONTATION-ZERREISSPROBE II“, Grafik und Zeichnungen 1945-1998
Näheres dazu ist in den jährlich herausgegebenen Jahresprogrammen oder auf unserer Internetseite unter ARCHIV zu finden.

29. Alle Ausstellungen mit Arbeiten auf Papier von jungen Künstlern fanden im Kabinett (K) des Museums in der Heilbronner Str. statt und wurden vom stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert. Bei der ersten Ausstellung mit Künstlern aus Sachsen- Anhalt wirkte Waldemar Haase, Mitarbeiter des Museums, als Zweitkurator mit. Zu allen erschien ein Katalog, der vom Museum Junge Kunst herausgegeben wurde.
1992/93 (12.11.1992- 10.1. 1993) JUNGE KÜNSTLER AUS SACHSEN-ANHALT
Winfried ALEXANDER (geb. 1958), Halle; Iris BAND (geb. 1961), Halle; Johanna BARTL (geb.1956) Tylsen/Salzwedel; Anne- Rose BEKKER (geb. 1959),  Magdeburg; Birgit DUSCHEK (geb. 1957) Halle; Jens ELGNER (geb. 1958), Blankenburg/Harz; Rainer GERSON (geb. 1959), Halle; Rüdiger GIEBLER (geb. 1958), Halle; Moritz GÖTZE (geb. 1964), Halle; Jens GUSSEK (geb. 1964), Halle; Iris HARTMANN (geb. 1962), Magdeburg; Timm KREGEL (geb. 1957), Halle; Georg MARCKS (geb.1956), Halle; Wladimir ONDREJ (geb. 1962), Halle und Leipzig;  Hendrik E.W.O. Tauche, (geb. 1962), Halle
1993 (7.10.- 5.12.1993) JUNGE KÜNSTLER AUS DEM LAND BRANDENBURG.
Solveig BOLDUAN (geb.1958), Spremberg, Mike BRUCHNER (geb.1965) Berlin und Michendorf; Jeanette NIEBELSCHÜTZ (geb. 1960), Potsdam; Daniel SAMBO- RICHTER (geb. 1966), Cottbus; Jörg SCHLINKE (geb. 1964) Potsdam; Margitta ZACHERT (geb.1965), Potsdam und Berlin;
1994 (11.8.- 16.10.) JUNGE KÜNSTLER AUS THÜRINGEN
Hartmut BEST (1959-1993), Scheina; Matthias GEITEL (geb.1962), Erfurt; Harald GRATZ (geb. 1962), Schmalkalden; Wolfgang HARTH (geb. 1962), Erfurt; Thomas NICOLAI (geb. 1964), Erfurt; Thomas OFFHAUS (geb. 1967), Gotha; Matthias GEITEL (geb. 1962), Erfurt; Sabine SAUERMILCH (geb. 1961) Erfurt;
1995 (10.8.- 29.10. 1995) JUNGE KÜNSTLER AUS SACHSEN
Arbeiten auf Papier: Anna DEGENKOLB (geb. 1969), Leipzig, Chemnitz; HIRSCHVOGEL (geb. 1966), Dresden; KAESEBERG d.i. Thomas Fröbel (geb. 1964), Leipzig; Carsten NICOLAI (geb. 1962), Leipzig; Olaf NICOLAI (geb. 1962), Leipzig; Neo RAUCH (geb. 1960), Leipzig; Ute RICHTER (geb. 1964), Dresden; Klaus SOBOLEWSKI (geb. 1962) Chemnitz
1996/97 (13.10 1969- 5.1.1997) JUNGE KÜNSTLER AUS MECKLENBURG-VORPOMMERN
Malte BREKENFELD (geb. 1966), Repnitz; Rando GESCHEWSKI (geb. 1963), Rostock; Jörg HEROLD (geb. 1965), Rothspalk; Matthias KANTER (geb. 1968), Schwerin; Hendrik SILBERMANN (geb. 1966), Wangelin; Detlef SCHLABITZ (geb. 1963), Wietzow; Klaus WALTER (geb. 1964), Göhren; ZWINGER (geb. 1962), Greifswald

30. folgende Personalausstellungen mit jungen Künstlern fanden in diesem Zeitraum statt:
Ausstellungen von jungen Künstlern (bis zu 40 Jahren) im Museum Junge Kunst ab 1990 wurden bis auf Ausnahmen (dort sind die Kuratoren vermerkt) vom stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert.
1989    (K) Hans Scheuerecker (1951), Cottbus; (K) Thomas Richter (1955), Berlin, 
           Kuratorin  Dr. Waltraud Osten, stellv. Dir.; (F) Gruppe Meier, Dresden (das sind:
           Tobias Stengel (1959),  Christian Späte (1959), Matthias Jackisch (1958));
          
(K) Kerstin Baudis (1956), Woltersdorf, Kuratorin Hannelore Perge
1994    (K)  Richard Mansfeld (1955), Dresden, Kuratorin Hannelore Perge
1996    (F) Johanna Bartl (1956), Tylsen / Dessau
1997    (K) Via Lewandowsky (1963), Berlin, Kuratorin Dr. Brigitte Rieger-Jähner
1998    (K) M. K. Kähne (1963), Berlin; (K) Olaf Nicolai (1962), Berlin
1999    (F) Maren Roloff (1964), Berlin; (K) Jim Avignon (1968), Berlin und DAG, Berlin;
           (K) Rainer Görß (1960), Berlin; (K) Moritz Götze (1964), Halle (Saale),  Kuratorin Dr. Brigitte Rieger-Jähner
2000    (K) Judith Siegmund (1965), Berlin; (K) Klaus Hack (1966), Seefeld,
2001    (K) Ute Richter (1964), Dresden/Berlin

31. Personalausstellungen von Künstlern, die die DDR verließen und deren Werke für unsere Sammlung
     unverzichtbar sind, wurden alle von der Direktorin kuratiert:

1993    (K) HANS-HENDRIK GRIMMLING, (geb. 1947), Berlin, Malerei, Zeichnungen (Katalog)
1994    (K) A.R. PENCK, (1939), Berlin, Düsseldorf, Köln, Dublin, London, Malerei, Objekte, Keramik, Skulpturen,
           Grafik, Zeichnungen von 1963-1993 (Katalog)
1995    (K) GIL SCHLESINGER, (1931) München, Malerei, Zeichnungen 1973-1994 (Katalog)
1997   (RH) HANS-HENDRIK GRIMMLING, SALTO VITALE, Malerei, Zeichnungen, Objekte von 1984-1996
          (Katalog)
1998   (K) ROGER LOEWIG, (1930-1997), Berlin,  Zeichnungen, Grafik, entstanden zwischen 1962-1981

32. Näheres zum Begriff Qualität bei: Brigitte Rieger- Jähner: Kunst aus Ostdeutschland? Es besteht Erklärungsbedarf! In: OSTDEUTSCHE KUNST- ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE, Aus der Sammlung des Museums Junge Kunst, Freudenstadt 2000, S. 10f und Brigitte Rieger- Jähner: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder). In: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Dresden 2001, S. 10f

33. Alle Ausstellungen wurden von der Direktorin kuratiert:
1995      (K) OTTO DIX (1891-1969), Kritische Grafik (1920-1924), Der Krieg, Radierwerk 1924, in Zusammenarbeit
             mit dem
Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart
1996      (RH) KAIROS Werke der MODERNE aus der Sammlung des Wiener Priesters OTTO MAUER (1907-1973),
             Zeichnungen, Druckgrafik, in Zusammenarbeit mit dem
Wiener Dommuseum
1997/98 (RH) ALFRED KUBIN (1877-1959), Österreich, Die andere Seite, Zeichnungen Druckgrafik, in Zusammen-
             arbeit mit dem
Wiener Dommuseum (Katalog)
1998      (RH) WAHN SINN KUNST, Zeichnungen, Druckgrafik der legendären Künstler aus der Niederösterrei-
             chischen Landesnervenklinik Gugging,
in Zusammenarbeit mit dem
Wiener Dommuseum
1989/99  (K) VERRÜCKT IST GANZ NORMAL, Kinderbuchillustrationen aus aller Welt, in Zusammenarbeit mit
             dem Bohem Press
Kinderbuchverlag Zürich
1999      (RH) KÄTHE KOLLWITZ (1867-1945), Radierungen, Lithografien, Holzschnitte, in Zusammenarbeit mit
             dem
Staatlichen Museum Schwerin
2000      (RH) WALTER STÖHRER (1937-2000), Malerei, Grafik, Zeichnungen, in Zusammenarbeit mit der Akade-
             mie der Künste Berlin

2000      (RH) MAX BECKMANN (1884-1950), Desillusionierung der Wirklichkeit, Grafik, in Zusammenarbeit mit
             dem
Sprengel Museum Hannover
2001      (RH) REMBRANDT HARMENSZ VAN RIJN (1606-1669), Grafik, in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen
             Museum Schwerin

2001      (RH) MAX ERNST (1891-1976), Grafik. Illustrierte Bücher, Bilder und Skulpturen, aus der Sammlung
             WIRTH, Künzelsau


34. Alle Präsentationen wurden vom stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert, die Organisation übernahm Renate
     Witzleben, Wichernheim Frankfurt an der Oder e. V. Zu jeder Ausstellung erschien ein Katalog.
1997     (RH) „Meine Welt“, Arbeiten von 32 Künstlern aus dem Land Brandenburg, die anders sind
1999     (RH) „Meine Welt“ II, Arbeiten von 32 Behinderten aus dem Land Brandenburg und Berlin
2001     (RH) „Meine Welt“ III, Biennale mit Arbeiten von 39 psychisch Kranken und geistig Behinderten aus dem
            Land Brandenburg und Berlin

35. siehe Anmerkung 33. 1998

36. Alle Ausstellungen wurden vom stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert.
1992   16.04. – 21.06.   Grafik aus Łódź (u.a. S. Fijatkowski, L. Rozga.) Zusammenarbeit mit der Staatlichen
           Kunstgalerie Łódź
          12.05. – 28.06.   Biennale der polnischen sakralen Kunst ( Teilübernahme der Ausstellung aus Gorzow)
1993   05.08. – 03.10.   Grafik aus Kraków ( u.a.: J. Panek, J. Kraupe ...) Zusammenarbeit mit der Staatlichen
          Kunstgalerie Łódź
1994   24.02. – 01.05.   Grafik aus Warschau ( u. a.:  E. Dwurnik, R. Gieryszewewski) Zusammenarbeit mit der
          Staatlichen Kunstgalerie Łódź
1995   23.03. – 28.05.   Grafik aus Poznań ( u.a. :I. Gustowska, S. Ficner...) Zusammenarbeit mit der Staatlichen
          Kunstgalerie Łódź
1996   21.01. – 17.03.    Grafik aus Katowice ( u.a.: T. Struk, J. Szmatloch..) Zusammenarbeit mit der Staatlichen
          Kunstgalerie Łódź
1997   06.04. – 25.05.    Grafik aus Wrocław Zusammenarbeit mit der Staatlichen Kunstgalerie Łódź
1997   14.09. – 23.11.    DEAD CHICKENS, Berlin, Objekte, Malerei; MJK / Słubice - Galeria Prowincjonalna
1998   08.02. – 22.03.    Eugeniusz Markowski, Malerei, Zeichnungen; MJK / Słubice Galeria Prowincjonalna
          Zusammenarbeit mit Kurator Ryszard Górecki, Słubice Galeria Prowincjonalna
1999   17.01. – 18.04.    Polnische Grafik der Gegenwart aus der Sammlung des Museums Junge Kunst,
          37 Künstler aus vier Generationen
1999   19.09. 28.11.    Maren Roloff, Berlin, Skulptur; MJK / Słubice, Zusammenarbeit mit Kurator Ryszard
          Górecki,  Galerie Prowincjonalna Słubice
2000   13.08. – 17.09.    Judith Siegmund, Berlin, Soziale Geräusche, Multimedia Projekt; / Słubice, Collegium
          Polonicum
2000   05.03. – 14.05.    Yong art from Krakow – Galerie Zderzak (W. Sasnal, P. Jaros, A. Janicki,
          A. Janczyszyn,  G. Sztwiertnia, P. Ksiazek, R.  Rumas) Zusammenarbeit mit Kurator Ryszard Górecki,
          Gal. Provincjonalna Słubice und Galerie Zderzak Kraków
2001
   08.11. – 24.02.    4 x Kunst aus Polen (I. Gustowska, J. Rajkowska, J. Truszkowski, M, Kijewski & Kocur),
          MJK / Słubice Galeria Prowincjonalna, Zusammenarbeit mit Kurator Ryszard Górecki, hgal. Provincjonalna

37. Diese Präsentation war 1991 in der Rathaushalle zu sehen und wurde vom stellv. Direktor Armin Hauer  kuratiert. Im gleichnamigen Katalog (105 Seiten)  zur Ausstellung waren vertreten:
Hermann GLÖCKNER (1889- 1987), Dresden; Hans WINKLER ( geb. 1919), Weimar; Inge THIESS-BÖTTNER (1924-2001), Dresden; Friedrich KRACHT (geb. 1925), Dresden; Manfred LUTHER (geb. 1925- 2003), Dresden; Karl- Heinz ADLER (geb. 1927), Dresden; Wilhelm MÜLLER ( geb. 1928- 1999),  Dresden; Harry MÜLLER ( geb. 1930), Leipzig; Alfred HÜCKLER (geb. 1931), Berlin; Helmut SENF (geb.1933), Erfurt; Peter ALBERT (geb. 19036), Dresden; Horst BARTNIG  ( geb.1936), Berlin; Karl- Heinz BASTIAN (geb.1938), Weimar; Wolff-Ulrich WEDER (geb.1940), Dresden; Horst KLEINT (geb. 1941), Westeregeln bei Staßfurt; Mario PROKOP (geb. 1941), Berlin; Klaus- Joachim ALBERT (geb. 1943) Lübstorf, Kreis Schwerin/ Mecklenburg; Hajo BLANK (geb. 1950), Berlin; Roland MEINEL (geb.1951), Leipzig; Wolfgang KRAUSE (geb. 1952), Berlin; Bernd HILLIG (geb. 1956) Frankfurt (Oder), Wolfgang BOSSE (geb. 1958), Dresden

38. Diese Ausstellung in der Rathaushalle wurde von mir als Direktorin kuratiert.
Im gleichnamigen Katalog (98 Seiten), der 1995 erschien und vom Museum Junge Kunst herausgegeben wurde, waren folgende 15 KÜNSTLERINNEN DER NEUEN BUNDESLÄNDER vertreten: Iris BAND (geb. 1961), Halle; Christa BÖHME (1940-1991), Berlin; Irene BÖSCH (geb. 1940) Chemnitz; Solveig BOLDUAN (geb. 1958), Spremberg; Sabine HERRMANN (geb. 1961), Berlin; Petra KASTEN (1955), Dresden; Antoinette MICHEL (geb. 1954), Dresden; Monika-Maria NOWAK (geb. 1949), Libbenichen; Dagmar RANFT-SCHINKE (geb. 1944), Chemnitz; Elke RIEMER (geb. 1954), Altenau; Karin SAKROWSKI (geb. 1942), Berlin; Erika STÜRMER-ALEX (geb. 1938), Lietzen; Inge THIESS-BÖTTNER (1924-2001), Dresden; Carla WOISNITZA (geb. 1949), Leipzig

39. siehe dazu Anm. 29

40. OSTDEUTSCHE KUNST ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE. MUSEUM JUNGE KUNST FRANKFURT (ODER), (144 Seiten), Konzeption, Sammlungs- und Bildtexte Brigitte Rieger-Jähner, Armin Hauer, Freudenstadt 200

41. Da das Stadt- und Regionalmuseum 17 Jahre durch Sanierungsarbeiten geschlossen war, stand für die Fusion nur noch folgendes Personal zur Verfügung:

Museum Viadrina:
2 wissenschaftliche Mitarbeiter
1 Haushaltsachbearbeiterin

Museum Junge Kunst:
Direktorin
1 wissenschaftlicher Mitarbeiter
1 Sekretärin, diese Stelle entfiel durch die Altersteilzeit seit März 2010 (Passivphase, konnte bis 31.3.2011 durch
   eine Teilzeitkraft für 1 Jahr aufgefangen werden und wurde ab 1.4.2011 nicht mehr besetzt.
1 Depotmeister (Papierrestaurator, Ausstellungstechniker)
1 Ausstellungstechniker
1 Hausmeister
2 Aufsichtskräfte (Teilzeit, eine von  diesen entfiel ab 1.11.2009)
 

MJK-Struktur 2001

42. Die Einwohnerzahl (mit Hauptwohnsitz) in Frankfurt (Oder) betrug:
     2002 67.693 Bürger
     2003 66.341 (-1352)
     2004 64.656 (-1685)
     2005 63.120 (-1536)
     2006 61.886 (-1234)
     2007 61.288 (-598)
     2008 60.588 (-700)
     2009 59.889 (-699)
     2010 59.616 (-273)
     2011 59.244 (-372)
     2012 58.780 ( Stand vom 20.11.2012)
Damit verringerte sich die Einwohnerzahl von 2002-2012 um 8.913 Bürger, von 1989 bis 2012 zogen 26.304 aus Frankfurt (Oder) weg.

43.
Ab 2007 kuratierte der stell. Direktor, Armin Hauer die Ausstellungen aus dem Besitz allein. Beginnend mit der 22. Ausstellung erschien jeweils ein kleiner Katalog. Die 28. und 29.  Ausstellung mit Neuerwerbungen kuratierten erneut Armin Hauer und die Direktorin Brigitte Rieger-Jähner. Hierzu erschien 2012 ein Katalogbuch „Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Neuerwerbungen 2001-2012“ (152 Seiten) Konzeption, Sammlungs- und Bildtexte: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner, Armin Hauer, Dresden 2012, (220 Seiten)
   16. 2002 „FRAUEN BILDER aus der DDR. Die Darstellung der Frau in Malerei, Grafik und Plastik“ 1949-1989.
   17. 2003 „SPAGAT - Figurative Bildhauerei in der DDR“
  
18. 2004 „LANDSCHAFTSBILDER DER DDR“ Malerei, Arbeiten auf Papier
   19. 2005/2006 „ARBEITEN AUF PAPIER“ Zeichnungen, Aquarelle Druckgrafik 1875
   20. 2006 „MÄNNERBILDER“, Bilder und Skulpturen von 40 Künstlern, 1945-2005
   21. 2007/2008 „1980 bis 2005, Objekte, Skulpturen, Installationen“ aus der Sammlung des Museums Junge
        Kunst
   22. 2008 „STANDPUNKTE I“, 1945-1985, Malerei, Plastik, Grafik
   23. 2008 „STANDPUNKTE II“, 1986-2006, Malerei, Plastik, Grafik
   24. 2009 „DEUTSCHE DRUCKGRAFIK“, von 1983 – 2006
   25. 2010 „TENDENZ ABSTRAKT“, Malerei, Objekte, Grafiken
   26. 2011 „BLICKE UND GESTEN“, Porträts von 44 Künstlern
   27. 2012 „NEUERWERBUNGEN“ I, Malerei, Plastik, Objekte von Künstlern, die vor 1959 geboren wurden
   28. 2012  (im PH) „NEUERWERBUNGEN“, Grafik, von 2002 - 2012
   29. 2012 „NEUERWERBUNGEN“ II, Malerei, Plastik, Objekte von Künstlern, die nach 1959 geboren wurden,
        2002 – 2012
   30.2013  „DIE KUNST DER ZEICHNUNG" von 1944 bis zur Gegenwart
   31. 2014 „DIE SPRACHE DER DINGE"
aus der Zeit der Weimarer Republik bis in die Gegenwart, Stillleben,
                 Malerei, Grafik, Objekte

44.  „Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)“, (220 Seiten), Konzeption, Sammlungs- Bildtexte: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner, Armin Hauer, Dresden 2001;
"Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Arbeiten auf Papier", (196 Seiten), Konzeption, Sammlungs- Bildtexte: Prof. Brigitte Rieger-Jähner, Armin Hauer, Dresden 2005; "Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder). Neuerwerbungen 2001 - 2012", (152 Seiten), Sammlungs- und Bildtexte: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner, Armin Hauer, Dresden 2012

45. Hierbei handelte es sich um folgende Ausstellungen in der Rathaushalle
2003  (26.1.- 9.3.2003) MEINE WELT, 4. Biennale mit Arbeiten von psychisch Kranken und geistig Behinderten aus
                                 Berlin, den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburgburg- Vorpommern
2005  (13.3.- 1.5.2005) MEINE WELT, 5. Biennale mit Arbeiten von geistig Behinderten, Psychiatrieerfahrenen und
                                  Outsidern aus Deutschland, Malereien,
Arbeiten auf Papier, Gedichte, Plastiken und
                                  Installationen

46. Personalausstellungen von Künstlern, die die DDR verließen und deren Werke für unsere Sammlung unverzichtbar sind, wurden alle von der Direktorin kuratiert.
2003/2004 (RH) CORNELIA SCHLEIME (geb. 1953), Berlin, Von Angesicht zu Angesicht, Malerei, Arbeiten auf
                       Papier, in Zusammenarbeit mit der Galerie Michael Schultz, Berlin (Katalog)
2005         (RH) HELGE LEIBERG (geb. 1954), Berlin, Malerei, Zeichnungen, in Zusammenarbeit mit der Galerie
                       Schultz, Berlin
2006         (RH) CHRISTINE PRINZ (1944), Bremen, KLAUS HÄNSEL (1942), Bremen, PARALLEL, Installationen,
                        Fotografie, Zeichnungen
2006/2007 (PH) ANNA WERKMEISTER (1949), Berlin, AGGREGATE, Malerei, Skulptur, Videoinstallation, C-Prints
                       (Katalog)
2007         (RH) PETER HERRMANN (geb. 1937), Berlin, DAS LEBEN - EIN FEST?, Malerei
2008         (RH) LUTZ FRIEDEL (1948), Berlin, Nachbilder, Vorbilder, Gegenbilder, Bilder aus 40 Jahren, (Faltblatt)
2008 (St. Marien) LUTZ FRIEDEL, Walhall der Namenlosen, Holzskulpturen, (Faltblatt)
2010         (RH) HANS SCHEIB (1949), Berlin, Der Mai ist gekommen, I, Grafik, Skulpturen, Plastik
2010 (St. Marien) HANS SCHEIB, Der Mai ist gekommen, II, Skulpturen, Plastik

47.
Alle nachfolgenden Ausstellungen wurden von der Direktorin kuratiert:
2002 (RH) BAROCKE GROTESKEN, William Hogarth (1697-1764), England; Giovanni Battista Piranesi (1720-1778),
               Italien, Francisco de Goya (1746-1828) Spanien;
Grafik, in Zusammenarbeit mit dem
Dommuseum Wien
              
und der
Katholischen Akademie Hamburg
2003 (RH) JOCHEN GERZ (geb. 1940), Paris, KLAUS STAECK (geb. 1938), Köln, Plakate, Fotografie, Objekte,
                Installationen, Videoarbeiten in Zusammenarbeit mit der
Akademie der Künste Berlin
2004/2005 (RH) OLAF GULBRANSSON UND DER SIMPLICISSIMUS, Malerei, Grafik, Zeichnungen von 1896-1944
                in Zusammenarbeit mit der
Olaf
Gulbransson Gesellschaft e.V. Tegernsee
2005 (RH) FRANCISCO DE GOYA (1746-1828), Madrid, Die Radierzyklen; Los Caprichos (1796-1898), Los
               Desastres de la guerra (1808-1823); Los Disparates (1815-1819), in Zusammenarbeit mit der
Galerie
               Böttingerhaus
Bamberg
2007 (RH) DAS SPÄTGOTISCHE ANTICHRISTFENSTER eine biblische Botschaft im Zusammenspiel von Glas,
               Farbe und Licht (Katalog)
2009 (RH) ANTON V. WERNER (1843-1915), MORITZ GÖTZE (geb. 1964), Malerei in Zusammenarbeit mit
              
Münchner, Hallenser und Berliner Privatsammlern (Katalog)
2009/2010 (RH) RÜCKSCHAU IN DIE MODERNE, Grafik und Malerei im 20. Jahrhundert von 111 international
                bekannten Künstlern aus Europa und Amerika, aus der
Sammlung Richard H. Mayer, Bamberg
2010 (St. Marien) MORITZ GÖTZE UND DIE LEGENDE VOM ANTICHRIST, Glasmalereien (Katalog)
2011 (RH) TOTENTANZ, Gemälde, Plastik, Skulpturen, Druckgrafik, Assemblagen, Zeichnungen, Installationen von
               1493-2008 von 33 Künstlern aus Europa,
Amerika und Asien der Sammlung Richard H. Mayer, Bamberg
2013
(RH) "ENTARTETE KUNST", ANGRIFF AUF DIE MODERNE", Meisterwerke auf Papier aus dem Nachlass
               
von Bernhard A. Böhmer aus dem Besitz des Kulturhistorischen Museums Rostock
2014 (RH) "SALVADOR DALÍ" (1904-1989), Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgrafik zur Weltliteratur (1930- 
               1980) aus der Sammlung Richard H. Mayer, Bamberg


48. Bis auf die Ausstellung von Norbert Biesky wurden alle Präsentationen vom stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert
2002    (RH) Norbert Bisky (1970), Berlin, Kuratorin Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner;
           (F)
Andreas   Sachsenmeier (1967),Berlin; (K) Harald Reiner Gratz (1962), Schmalkalden;
           (K)
Mariolla Brillowska (1961), Hamburg
2003   (PH) Eva-Maria Wilde (1972), Berlin
2004
   (PH) Menno Fahl (1967), Berlin
2005   (PH) Friedemann Grieshaber (1968), Berlin
2008   (PH) Stefanie Bühler (1976), Dresden; (PH) Jan Brokof (1977), Dresden
2010   (RH) Tatjana Doll (1970), Berlin; (PH) Jan Thomas (1970), Halle (Saale);
           (PH) André
Tempel
(1970), Dresden,
2011   (PH) Arno Bojak (1974), Berlin
2013   (PH) Georg Weise (1973), Berlin, Kuratorin Dr. Brigitte Rieger-Jähner,

49.
Seit 2010 werden kontinuierlich vom stellv. Direktor Armin Hauer in Zusammenarbeit mit dem Direktor der Galeria BWA Wojciech Kozlowski in der Galeria BWA in Zielona Góra Ausstellungen mit Arbeiten aus dem Besitz des MJK und Ausstellungen mit Fremdbesitz kuratiert.

2002   10.11. – 26.01.    Mariola Brillowska (1961) Hamburg, Installation, Video, Malerei, Zeichnung
2003   26.10. – 23.11.   RASTER – aktuelle Kunst aus Polen
Gruppe AZORRO u. Magisters; M. Jabłonska,
          R. Bujnowski,  M.
Maciejowski, Zusammenarbeit mit Kurator  Ryszard  Gorecki und Galerie Raster,
          Warschau
2005   21.08. – 09.10.   WUNDERTEAM, Poznań, (W. Duda, R. Jakubowicz, M. Kurak) Video, Installation,
         
Zusammenarbeit mit Kurator Ryszard Górecki, Berlin
2006   18.05. – 13.08.   GUT UND BILLIG, Aktuelle polnische Malerei aus der Sammlung CYGANEK, Berlin; u.a.
          E. Dwurnik, W. Sasnal, Z. Rogalski , A. Bogacka u.a.,
Zusammenarbeit mit
          Kurator Ryszard Górecki, Berlin
2007   21.06. – 29.07.    BASIA BANDA,  HUBERT CZEREPOK, PRZEMYSŁAW MATECKI, Malerei, Fotografie,
          Video,
Zusammenarbeit mit Direktor/Kurator Wojciech Kozłowski,  Galeria  BWA  Zielona Góra
2008   
13.01. – 02.03     Grupp Sędzia Głowny, Karolina Wiktor (1979), Warschau; Aleksandra Kubiak (1978),
          Warschau, Zusammenarbeit mit Direktor/Kurator Wojciech Kozłowski,   Galeria BWA  Zielona Góra
2009   16.07. – 20.09.    Positionen der Polnischen Gegenwartskunst I, Aus der  Sammlung  des Vereins für
          Gegenwartskunst Lubuska Zachęta in Zielona Góra, Kurator: Wojciech Kozłwoski,
Zusammenarbeit mit
          Direktor/Kurator Wojciech Kozłowski,   Galeria BWA  Zielona Góra
          Basia Bańda,  Grzegorz Bednarski, Bettina Bereś,   Radosław Czarkowski,  Jacek Dluzewski,  Ryszard
          Górecki,  Grupa Sędzia Główny  (Karolina Wiktor, Aleksandra  Kubiak), Magdalena Gryska,   Elzbieta
          Jabłońska, Paweł Jarodzki, Maria Kiesner, Grzegorz Klaman,  Paulina Komorowska-Birger,  Jarosław
          Kozłowski,  Zofia Kulik,  Przemysław Kwiek,  Natalia LL, Przemysław Matecki,  Jarosław Modzelewski,
          Jadwiga Sawicka,  Zbigniew Sejwa,  Mikołaj Smoczyński,  Leszek Sobocki,  Supergruppe Azorro (
Oskar
          Dawicki, Wojciech Niedzielko, Igor
Krenz, Łukasz Skąpski)
Gruppe Twożywo (Mariusz Libel, Krzysztof
          Sidorek), Aleksandra Waliszewska, Grzegorz Wnęk
2010   15.04. – 27.06.    Grüße aus Zielona Góra, Basia Bańda (1980), Karolina Spiak (1983), Michał Jankowski
          (1977), Jarosław Jeschke (1977), Rafał Wilk (1979), Malerei, Objekte, Grafik, Zusammenarbeit mit
          Direktor/Kurator Wojciech Kozłowski,   Galeria BWA  Zielona Góra
          03.09. – 2.10.     GALERIA BWA, Zielona Góra,
10 Positionen des Figürlichen aus der Sammlung
          Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) Malerei, Grafik, Objekte

          Stefan Balkenhol (1957); Rolf Biebl (1951); Norbert Bisky (1970); Mariola Brillowska (1961); Kurt Buchwald
          (1953); Moritz Götze (1964); Uwe Kowski (1963); Via Lewandowsky (1963); A.R. Penck (1939); Heidrun
          Rueda (1963)
2011   18.08. – 25.09.   Die Existenz Gottes hängt von uns allen ab, Paweł Jarodzki (1958) Wrocław, Malerei,
          Installation, Zusammenarbeit mit Direktor/Kurator Wojciech Kozłowski,  Galeria BWA  Zielona Góra
          06. – 22.05.       GALERIA BWA, Zielona Góra, Folge dem Faden, Patricia Waller (1962), Berlin,
          Häkelobjekte
2012   16.08. – 21.10.  Ryszard Woźniak (1956), Malerei, Zeichnungen, Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der
          Galeria BWA Zielona Góra, Kurator  Dir. Wojciech Koźlowski
          10.02. – 11.03.  Galeria BWA Zielona Góra, MORGEN LETZTER TAG,
Arno Bojak (1974), Berlin
          Malerei, Übernahme der Ausstellung aus dem PackHof Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)
2013   7.02. – 21.04.    Ich bin von hier/ Jestem stąd, Ryszard Górecki ( 1956 ),  Berlin, Bilder, Objekte,
          Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Galeria BWA Zielona Góra;
          Kurator: Wojciech Kozłowski, Direktor Galeria BWA.
          7.09. – 29.09.    Galeria BWA Zielona Góra,
Erika Stürmer-Alex
(1938), Lietzen, Malerei, Objekte
2014   (PH) "Wir bitten um ihre Aufmerksamkeit" Radoslaw Czarkowski (1966), Sucha bei Zielona
Góra,
          Agnieszka Graczew-Czarkowska (1970), Sucha bei Zielone  Góra, Paulina Komorowska-Birger (1965),
          Zielona Góra, Alicja Lewicka (1967), Zielona Góra, Zusammenarbeit mit dem Direktor/Kurator Wojciech
          Kozłowski, Galeria BWA
Zielona Góra
         
Ab 1991 erfolgte der Aufbau einer Sammlung mit Polnischer Druckgrafik, die nach 1945 entstand. Zurzeit
(09.02.2011) befinden sich 443 Druckgrafiken im Besitz des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder)


50.
Seit Jahren hielt die Direktorin Vorlesungen und Seminare an der Europa- Universität Viadrina  zur Kunst
     des 19. und 20. Jahrhunderts. Hierbei ist die Thematik vielfältig und jedes Jahr anders. Wo es sich anbot, hat sie
     Werke aus den Ausstellungen des Museums in die Arbeit mit ihren Studenten einbezogen.

     Parallel
zu den Vorlesungen fanden Seminare statt.

1994 (Sommersemester):
Zwischen Widerstand und Anpassung. Kirchen in Frankfurt (Oder) in der Zeit von 1933 bis 1945.
Es soll darüber hinaus auch auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Widerstand und Anpassung bei den evangelischen, katholischen und den freien Kirchen in Frankfurt (Oder) und Berlin während des Nationalsozia-lismus eingegangen werden.

1995/1996 (Wintersemester):
Besonderheiten und Wechselwirkungen der ost - und westdeutschen in Zusammenhang mit der europäischen und amerikanischen Kunstentwicklung (Malerei) im Zeitraum von 1945 bis 1990.
An strukturell vergleichbaren Werken sollen die ästhetischen Besonderheiten wie der mittelbare Einfluss von Entstehungsbedingungen durch Politik und Wirtschaft sowie Technik auf die Bildstruktur herausgearbeitet werden.

1997 (Sommersemester):
Besonderheiten und Wechselwirkungen der ost- und westdeutschen- wie der amerikanischen Kunstentwicklung (Malerei) im Zeitraum von 1945 bis 1990 unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Kunst.
Hier sollen vor allem neben den ästhetischen Besonderheiten auch politische Abgrenzungsstrategien und ihr möglicher Einfluss auf die ästhetische Spezifika innerhalb des künstlerischen Schaffens an Hand von konkreten Beispielen herausgearbeitet werden.

16.6.1998 Antrittsvorlesung für die Honorarprofessur:
„Das regierbarste Volk der Welt, das sind die Deutschen“ (Hugo Preuss, 1919) Deutschlandbilder in der Malerei nach 1945.

in:  EUROPA-UNIVERSITÄT VIADRINA FRANKFURT (ODER), Universitätsschriften Antrittsvorlesungen VII/ Reden, 1999, S. 25 - 44.

1998 (Sommersemester):
„Das Thema der zweierlei Kunst ist ein deutsches Thema, weil es in der heutigen Situation als einziges noch die Frage eines deutschen Kunsterbes, und einer doppelten Erblast dazu, aufwirft.“
(Hans Belting, 1992) Neben der in sich gebrochenen Kunstentwicklung in beiden Teilen Deutschlands sollen deren Gemeinsamkeiten ebenso herausgearbeitet werden, wie ihre Berührungspunkte zur sowjetischen sowie amerikanischen und westeuropäischen Kunst.

1999/2000 (Wintersemester):
Aspekte neusachlicher Malerei bis 1933. Ein deutscher Beitrag zur wechselvollen Geschichte einer umstrittenen Stilkategorie.
Unter den Blickwinkeln von Sozialpolitischen-, Politik-, Wirtschafts- und kunsttheoretischen Aspekten wird eine der wichtigsten Strömungen des 20. Jahrhunderts analysiert.  Aber auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der neusachlichen Malerei  und Fotografie werden herausgearbeitet.

2001 (Sommersemester):
Kulturmanagement unter besonderer Berücksichtigung von Museen und Galerien (I).
Mit Hilfe des Kulturmanagements (KM), d.h. eines Komplexes von Steuerungsaufgaben, den Techniken des Planens und Organisierens sowie der Mitarbeiterführung im Kulturbetrieb wird beabsichtigt, anfallende Probleme besser zu lösen. Dennoch spielt das  KM in der Praxis eine ambivalente Rolle. In Vorlesungen und Seminaren setzen wir uns theoretisch mit dem Thema auseinander. So werden die subjektiven und objektiven Faktoren benannt, die ein sinnvolles Management im Kulturbereich fördern bzw. behindern. Was kann der einzelne Manager dagegen tun und wo liegen seine Grenzen? Aber auch auf Fragestellungen, welche Managementtechniken heute existieren und in welcher Form von „Kulturbetrieben“  sie Anwendung finden, soll eingegangen werden. Neben der Beantwortung dieser Fragen soll an Hand von Beispielen auf die interdisziplinäre Komplexität des Management-Phänomens mit seinen betriebswirtschaftlichen, psychologischen, soziologischen, sozialen und soziokulturellen Aspekten  eingegangen werden.

2001/2002 (Wintersemester):
Kulturmanagement unter besonderer Berücksichtigung von Museen und Galerien
(I).
Auf Grund der sehr großen Nachfrage wurden diese Vorlesung und die Seminare wiederholt.
Hinzu trat die Erörterung der Frage, worin die Gesetze des Marktes zu sehen sind und welchen Stellenwert diese heute im Kulturbetrieb haben. Dabei sollen Schlüsselqualifikationen wie initiieren, motivieren, informieren, kommunizieren und entscheiden besondere Berücksichtigung finden. Ebenso wird den Techniken des Kulturmarketings und der Kulturfinanzierung, insbesondere des Sponsorings, des Fundraisings und Public-Private- Partnership besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Praxiserfahrungen aus den USA und Deutschland sollen gegenübergestellt werden,  wobei staatlich subventionierte Kunstmuseen besondere Beachtung erfahren.

2002/2003 (Wintersemester):
Kulturmanagement unter besonderer Berücksichtigung von Museen und Galerien (II).
Während bei Vorlesungen und Seminaren bei Teil I Managementtechniken theoretisch erörtert wurden, sollen diese jetzt praktisch erprobt werden. Aufgaben des Marketings stehen dabei im Vordergrund. An der Realisierung von Marketingaufgaben für das Museum Junge Kunst im allgemeinen, aber auch für das konkrete Ausstellungsmarketing wird in Projektgruppen gearbeitet. So sollen Schlüsselqualifikationen geübt und die Fähigkeiten des Einzelnen durch praxisbezogene Aufgaben und deren Realisierung auf den Prüfstand gestellt werden.

2003/2004 (Wintersemester):
Kulturmanagement unter  besonderer Berücksichtigung von Museen und Galerien (II).
Auf Grund der sehr großen Nachfrage wurden die Seminare wiederholt.
Darüber hinaus wurde die These von Karl Schlögel: „Man soll sich nichts um jeden Preis ausdenken, sondern einfach zur Kenntnis nehmen, was ist und daraus etwas machen“,  an der Arbeit unseres Museums überprüft. Von staatlicher Seite wird diese These aber nur ungenügend honoriert.  Die Veranstalter sporadisch auftretender, nicht an feste Orte gebundener sogenannter Events sind von finanziellen Nöten demzufolge bei weitem weniger betroffen, als Einrichtungen wie z.B. Kunst- oder Stadtmuseen, die auf einer kontinuierlich langfristigen Arbeit mit fachspezifischer Grundlage aufbauen. Kann das Kulturmanagement Abhilfe oder zumindest Linderung gegenüber diesen finanziellen Engpässen schaffen, und wenn ja, wie sieht es mit der Praxis im Museum Junge Kunst hierzu aus?

2005/2006 (Wintersemester):
Die Kunst der Zeichnung und Druckgrafik von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart.
An Hand von Originalen sowie digital sollen die Besonderheit sowie der Unterschied von Zeichnung und Druckgrafik herausgearbeitet werden. Welche Gestaltungsspezifika zeichnen die einzelnen Blätter aus, die während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, während des Nationalsozialismus sowie in der DDR und der Bundesrepublik entstanden? Was vermitteln uns die jeweiligen Handschriften über die Sicht der Künstler auf sich und ihre Zeit? Wie ist der Dialog zwischen den stilistischen Anknüpfungspunkten und innovativen Momenten innerhalb der jeweiligen Gestaltung zu sehen? Genutzt wird hierfür auch die Ausstellung  „Arbeiten auf Papier aus dem Besitz des Museums Junge Kunst“.

2007/2008 (Wintersemester):
Gotische Kunst am Beispiel der Glasmalereien in St. Marien, eine biblische Botschaft im Zusammenspiel von Glas, Farbe und Licht.
In Vorlesungen und Seminaren wird über meine konzeptionelle Arbeit und deren praktische Umsetzung zur Ausstellung „DAS SPÄTGOTISCHE ANTICHRISTFNSTER IN ST. MARIEN“ 2007 im Museum Junge Kunst gesprochen. Des Weiteren  steht  die sozialgeschichtliche, theologische und vor allem kunsthistorische Bedeutung der hochgotischen Glasmalerei des Schöpfungs-, Christus- und Endgerichtsfensters in Frankfurt (Oder) im Mittelpunkt.  Auf die Formensprache der Gotik in Glas-, Tafel- und Buchmalerei, aber auch in der Plastik wird ebenso eingegangen wie auf die Farbsymbolik und die Bedeutung des Lichts. Aber auch die Vorstellungen vom Schönen und Guten wie vom Bösen sollen Berücksichtigung finden.

2008/2009 (Wintersemester):
Männer und Macht. Die Historienmalerei im Dialog mit der Postmoderne ( I ).
Die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts in Preußen, München und Düsseldorf soll an Hand von Beispielen im historisch-politischen und künstlerischen Kontext betrachtet und Adaptionen der Postmoderne gegenübergestellt sowie auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Dabei steht das facettenreiche Thema „Macht“ in der Vielfalt von inhaltlichen und formalen Ausdrucksmöglichkeiten, im Zusammenhang mit dem politischen Kontext, im Mittelpunkt von Vorlesungen und Seminaren.

2010/2011 (Wintersemester):
Männer und Taten. Die Historienmalerei  im Dialog mit der Postmoderne ( II ).
Innerhalb der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts wird die Malerei  und Grafik von Anton von Werner (1843-1915) in Preußen, von Alfred Rethel (1816-1859) in Düsseldorf und von Franz von Lenbach (1836-1904) im historisch-politischen und künstlerischen Kontext betrachtet. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Persönlichkeit sowie im Werk werden herausgearbeitet.  Adaptionen der Postmoderne u.a. im Werk von Via Lewandowsky (geb. 1963), Berlin und Moritz Götze (geb. 1964), Halle werden diesen  gegenübergestellt.  Dabei steht das vielgestaltige Thema der „Taten“, bezogen auf das Werk der Künstler und die Inhalte der jeweiligen Arbeit aus dem Blickwinkel von einst und jetzt, im Mittelpunkt der Betrachtungen.

2011/2012 (Wintersemester):
Kunsttheoretische Fragestellungen und ihre Beantwortung durch die Umsetzung in der Arbeit eines Museums für zeitgenössische Kunst [Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)- Kunstwerke ankaufen, ausstellen und darüber publizieren sowie noch vieles Weitere] - Teil I.
An Hand von herausragenden Werken der Postmoderne und weiteren nur schwer kunsttheoretisch einzuordnenden Arbeiten aus dem 20.und 21. Jahrhundert, die sich u.a. auch im Besitz des Museums Junge Kunst befinden, sollen die genannten Aufgabenstellungen u.a. an zwei in unserem Museum stattfindenden Ausstellungen (MIT ALLEN ALLEIN. Peter Bömmels (geb. 1951), Köln, Dresden, Berlin; NEUERWERBUNGEN, Werke von 50 Künstlern aus den Jahren 2000- 2011besprochen und hinterfragt werden. Dabei soll der Begriff künstlerische Qualität definiert und auf die Ankäufe bezogen, diskutiert werden.

2012/2013 (Wintersemester):
Kunsttheoretische Fragestellungen und ihre Beantwortung durch die Umsetzung in der Arbeit eines Museums für zeitgenössische Kunst [Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) - Kunstwerke ankaufen, ausstellen und darüber publizieren sowie noch vieles Weitere] - Teil II.
Aufbauend auf Teil I soll auf die Basis der Arbeit eines Kurators  von Ausstellungen eingegangen werden, nämlich auf ein fundiertes kunsthistorisches Wissen. Was heißt das, bezogen auf die Ausstellungen NEUERWERBUNGEN II, ELKE DAEMMRICH und die Präsentation EIGENWILLIGKEIT?  Welche Qualifikationen bzw. nachweisbaren Kenntnisse muss ein Direktor eines staatlich subventionierten  Kunstmuseums besitzen, wie begründen sich diese Behauptungen und
was unterscheidet seine Arbeit von der eines Kurators bzw. Sammlungsleiters?
Auf diese Fragestellungen soll sowohl  generell, als auch bezogen auf das Museum Junge Kunst und die genannten Ausstellungen eingegangen werden.

51. Näheres hierzu in: Katalog „eigenWilligkeit“. Lars Kohl, Stefan Lenke, Enrico Niemann, Sebastian Reddehase, Paetrick Schmidt, (70 Seiten), Dresden 2012

52. Auf Grund dieses Vertrages fand durch die Direktorin und Kuratorin eine Auswahl von über 200 Werken statt, die während der Aktion „Entartete Kunst“ aus bedeutenden deutschen Kunstmuseen durch die Gesetzgebung im Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden und sich heute zum Teil im Kulturhistorischen Museum Rostock befinden. Näheres dazu finden Sie im Internet unter www.museum-junge-kunst.de unter Jahresprogramm  2013 des Museums Junge Kunst. Darüber hinaus werden uns aus dem Grafikbestand dieses Museums im Jahr 2014 Leihgaben aus Renaissance und Barock zur Verfügung gestellt. In den Jahren 2015 und 2016 werden Werke aus dem Bestand des Museums Junge Kunst in Rostock gezeigt.

53. Zur Ausstellung „eigenWilligkeit“ (27.01.-31.03.2013) in der Rathaushalle, die der stellv. Direktor Armin Hauer kuratiert erscheint ein Katalog gleichen Titels (70 Seiten), Dresden 2013, Texte: Armin Hauer, Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner.

54. Claus Friedrich Holtmann: Grußwort, in: eigenWilligkeit.
A.a.O. S. 5


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Die wechselvolle Geschichte des Museums Junge Kunst 1965 - 2012

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