Romantische Bilder als Geschenk für das Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)

Der Berliner Künstler Richard Burkart überließ dem Museum eine großzügige Spende

Erneut kann sich das Frankfurter Museum "Junge Kunst" über eine außerordentlich großzügige Spende freuen. Der Berliner Künstler Richard Burkart überließ Direktorin Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner nach freier Auswahl neun großformatige Gemälde und zwei mehrteilige großformatige Objekte sowie eine Kassette mit acht Kollagen. Insgesamt haben die Arbeiten einen Wert von mehr als 50.000 Euro.

Teil der Spende sind z.B. die drei Bilder "Romantics", an deren Konzept Burkart seit 1982 arbeitet. Burkarts Beschäftigung mit der Romantik resultiert aus einer Vielzahl von Bezügen, die sich an literarischen und geistesgeschichtlichen Dokumenten vertiefen und ihren "Niederschlag" schließlich in bildnerischen Arbeiten finden. Unmittelbar neben dem Atelier des 1950 in Memmingen/Bayern geborenen Künstlers am Kreuzberger Marheinekeplatz liegen die historischen Friedhöfe mit den Gräbern von Ludwig Tieck, Friedrich Schleiermacher, Carl Blechen, etwas weiter entfernt mit jenen von Rahel Varnhagen-Ende, Henriette Herz und E. T. A. Hoffmann. Den Weg durch das romantische Kreuzberger Viertel markieren Dichter wie Camisso, Grimm, Arndt, Alexis und Schenkendorff. Das inspiriert.

Richard Burkart - "Romantics" Richard Burkart - "Romantics"

Richard Burkart - "Romantics"

Richard Burkart - "the Family - Father"

Richard Burkart - "the Family - Mother"

Richard Burkart - "the Family - Child"

Richard Burkart - "Romantics"

Richard Burkart - "the Family"

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Der Grund von Burkarts Blättern ist "verdauter" Text. In einem Katalogtext schreibt Angelika Stepken 1997:

"Burkart schöpft u. a. Papier als Träger seiner Ein-Bildungen aus bedrucktem Zeitungspapier; es wird ein fester Grund, wie ein Ding; darauf arbeitet er weiter, mit dem Begriff, mit Farbe, Asche, und anderen Stoffen."

In weiteren Werkzyklen des Künstlers schichten sich häufig recycelte Textfragmente von Werbeplakaten collageartig übereinander. Auch Burkarts plastische Stelen, kleine Holzskulpturen sind meist recycelt aus Abfallstücken und aufgebaut nach den statischen Gesetzen von Stütze und Last. Das Museum "Junge Kunst" erhielt mit der Spende die Plastik "ZEITungen" und die vierteilige Gruppe "the Family".

Fotos: H.- Peter Maihold

 

Karin Sandow / Märkische Oderzeitung

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