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z u r ü c k


RATHAUSHALLE / FESTSAAL
MARKTPLATZ 1
27.10.2013 - 26.01.201
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"ENTARTETE KUNST"
Angriff auf die Moderne

Meisterwerke auf Papier aus dem Nachlass von Bernhard A. Böhmer
aus dem Besitz des  Kulturhistorischen Museums Rostock

Eröffnung am 27. Oktober 2013 um 11 Uhr in der Rathaushalle, Marktplatz 1

Dr. Volker Probst spricht unter dem Titel "Mein guter wie mein böser Engel". . .

In der Ausstellung vertreten sind Arbeiten von folgenden Künstlern:
Ernst Barlach (1870-1938); Willi Baumeister (1889-1955); Carl Buchheister (1890-1964); Lovis Corinth (1858-1925); Heinrich Maria Davringhausen (1894-1970); Otto Dix (1891-1969); Lyonel Feininger (1871-1956); Hans Grundig (1901-1958); Lea Grundig (1906-1977); Erich Heckel (1883-1970); Bernhard Hoetger (1874-1949); Willy Jaeckel (1888-1944); Oskar Kokoschka (1886-1980); Franz Marc (1880-1916); Ludwig Meidner (1884-1966); Lászlo Moholny-Nagy (1895-1946); Johannes Molzahn (1892-1965); Wilhelm Morgner (1891-1917); Otto Müller (1874-1930); Emil Nolde (1867-1956); Otto Pankok (1893-1966); Max Pechstein (1881-1955); Max Pfeiffer-Watenphul (1896-1976); Christian Rohlfs (1849-1938); Edwin Scharff (1887-1955); Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976); Georg Schrimpf (1889-1938); Karl Schwesig (1898-1955); Arthur Segal (1875-1944); Lasar Segall (1891-1957)


Das Kulturhistorische Museum Rostock besitzt als einziges deutsches Museum über 600 Arbeiten des sogenannten "BÖHMER-Nachlasses". Bei diesem handelt es sich größtenteils um Werke der Klassischen Moderne. Diese wurden 1937  per Gesetz im Auftrag des  nationalsozialistischen Staates aus deutschen Museen entfernt und waren ursprünglich für den Verkauf bzw. für die Vernichtung vorgesehen. Diese gesamte Aktion "ENTARTETE KUNST", welche 1937 auch als Titel sowohl für eine der diffamierendsten als auch publikumswirksamsten Ausstellungen diente, umfasste 21.000 Werke. Von diesen sind  ca. 5.000 vernichtet und 8.700 meist ins Ausland verkauft worden. Abgesehen von den 600 Rostocker Arbeiten fehlt von dem Rest der ca. 6.000 Werke jede Spur.

keine Vergrößerung möglich

Otto Dix: "Streichholzhändler", 1920, Radierung, Herkunft: Städtisches Museum Mainz, 28 x 32 cm

In unserer Ausstellung werden ca. 200 Arbeiten aus dieser Aktion zu sehen sein, die mit einem wesentlichen Feindbild des Faschismus, nämlich mit der Kunst der Moderne und mit ihren Schöpfern durch deren vielgestaltig  brillante Werke bekannt machen. Plastiken vor allem aber Arbeiten auf Papier, die längst der Weltkunst zuzuordnen sind und ihre Heimstadt einst in bekannten deutschen Museen hatten, sind bei uns zu sehen. Dabei handelt es sich um einzelne Blätter  aber auch um Werkgruppen  u. a. von  Jankel  Adler (1895-1949), Ernst Barlach (1870-1938), Willi Baumeister (1889-1955), Lovis Corinth (1858-1925), Otto Dix  (1891-1969), Heinrich Ehmsen (1886-1964), Lyonel Feininger (1886-1956), Erich Heckel (1883-1970), Alexander Kanoldt (1881-1939), Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Paul Klee (1879-1940), Oskar Kokoschka (1886-1980), Franz Marc (1880-1916), Ludwig Meidner (1884-1966), Henry Moore (1898-1986), Otto Mueller (1874-1930),aber auch von Max Pechstein (1881-1955), Christian Rohlfs (1849-1938), Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) und Georg Schrimpf (1889-1938).

Lyonel Feininger: Pariser Häuser,
1920,  Holzschnitt, 37,5 x 27,0 cm, ehemals Museen der Stadt / Anger-museum Erfurt

Lovis Corinth: Selbstbildnis,
1919, Lithografie, Herkunft:
Kunsthalle Hamburg,
39,5 x 25,2 cm

Karl Schmidt-Rottluff: Christus
flucht dem Feigenbaum,1918, Holz-schnitt, 50,0 x 39,5 cm, ehemals Staatliche Kunstgalerie Stuttgart

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Aber nicht allein mit diesen hervorragenden Kunstwerken wird der Betrachter vertraut gemacht. Darüber hinaus wird auf Texttafeln kommentiert, was die nationalsozialistische Machtelite  an diesen Werken bez. was sie  an ihren Autoren hasste und wie sie versuchte, diesen Hass massenwirksam werden zu lassen. Nicht zuletzt wird aber auch auf die umstrittene Persönlichkeit  des Kunsthändlers und Bildhauers Bernhard Aloysius Böhmer hingewiesen, der seit 1938 mit der sogenannten „entarteten Kunst“ offiziell handelte und nach Abschluss der „Verwertung“ am 30.6.1941 Restbestände dieser Kunstwerke übernahm.
Aber auch darüber erfährt man etwas in unserer Ausstellung, wie die über 600 dieser Arbeiten in den Besitz des Kunstmuseums Rostock gelangten.

Wir danken der Ernst Barlach Stiftung Güstrow, dass sie zusätzliche Plastiken zur Verfügung stellte

Text/Kuratorin: Prof. Dr. Rieger-Jähner


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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag  von 11.00 bis 17.00 Uhr

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