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RATHAUSHALLE / FESTSAAL
MARKTPLATZ 1
07.07.2013 - 06.10.2013

DIE KUNST DER ZEICHNUNG
VON 1944 BIS ZUR GEGENWART

Handzeichnungen aus der Sammlung des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder) aus dem Zeitraum von 1944 bis zur Gegenwart. Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Stadt Frankfurt (Oder).

Karl-Heinz Adler (1927), Mariola Brillowska (1961), Kate Diehn-Bitt  (1900-1978), Dottore (d. i. Wolfgang Lehmann) (1935), Kerstin Grimm (1956), Hans-Hendrik Grimmling (1947), Kathrin Harder (1969) Wolfgang Henne (1949), Gerhard Kettner (1928-1993), Hans Kinder (1900-1986), Ingo Kirchner (1930-1983), Wilhelm Lachnit (1899-1962), Max Lachnit (1900-1972), Roger Loewig (1930-1997), Manfred Luther (1925-2003), Michael Morgner (1942), Wilhelm Müller (1928-1999), Karl Ortelt (1907-1972), Otto Paetz (1914-2006), Curt Querner (1904-1976), Wilhelm Rudolph (1889-1982), Hans Scheuerecker (1951), Cornelia Schleime (1953) Wolfgang Smy (1952), Volker Stelzmann (1940), Erika Stürmer-Alex (1938), Hans Ticha (1940), Werner Tübke (1929-2004), Falko Warmt (1938), Carla Woisnitza (1952), Willy Wolff (1905-1985), Horst Zickelbein (1926), Dieter Zimmermann (1942)

Kuratorenführung am 14. August 2013 um 16 Uhr und
60+ Führung am 18. September 2013 um 15 Uhr


Im Jahr  2012 erschienenen „DIE ZEIT Museumsführer“ wird  das  Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)  vorgestellt. Der Beitrag von Sven Behrisch beginnt mit den Worten:

“Nicht in Berlin oder in München, sondern in Frankfurt (Oder) findet sich die wertvollste Kunstsammlung der Republik. Wertvoll nicht in materieller Hinsicht und auch nicht auf der Polke-, Rauch- und Richter-Skala. Die Sammlung des Museums Junge Kunst ist wertvoll, weil sie ausschließlich und lückenlos ostdeutsche Kunst zusammenträgt. Ein Schatz, den kaum jemand kennt.“ (Hrsg.: Hanno Rauterberg, DIE ZEIT Museumsführer – Die schönsten Kunstsammlungen – noch mehr Entdeckungen, Hamburg 2012, S. 97). Zu ergänzen wäre die stetige Weiterführung der Sammlung bis in die unmittelbare Gegenwart hinein und der Aufbau einer Sammlung mit polnischer Druckgrafik ab 1945 bis ins Heute.

Abb. oben: Dottore (d.i. Wolfgang Lehmann) (1935 - 2009), Dresden, Hamburg, Im Elbsandsteingebirge, 1976, Feder in Tusche; 59,6 x 73 cm; bez. r. u.: Dottore , April 76 im Elbsandsteingebirge, erworben 1990, durch Übereignung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

Wolfgang Henne (1949), Leipzig Blicke in die helle Mitte, 1986, Linoldruck, Farbstifte, Tusche; 74,8 x 53,2cm, bez.r.u.: WHenne 86,

Das Museum wurde 1965 unter dem Namen „Galerie Junge Kunst“ gegründet und 1991 in Museum Junge Kunst umbenannt.  Mittlerweile befinden sich über 11.000 Arbeiten aus den Bereichen der Malerei, der Plastik, der Objektkunst, der Handzeichnung und der deutschen und polnischen Druckgrafik in den Sammlungsbereichen. Da es seit  1991 aus konzeptionellen Gründen keine Dauerausstellung mehr gibt, wird jedes Jahr eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung nach  thematischen oder ikonografischen Gesichtspunkten kuratiert. Hinzu kommen bis zu 8 Sonderausstellungen (Personal- und Gruppenaus-stellungen), die sich klassischen und  aktuellen Positionen widmen.
Unter dem Titel „Die Kunst der Zeichnung – Handzeichnungen aus der Sammlung“ wurden aus einem Bestand von cirka  1.400 Zeichnungen   rund 120 Blätter von 33 Künstlern ausgewählt. Ihr Entstehungszeitraum erstreckt sich von 1944 bis zu Beginn des neuen Jahrtausends. Die Maler und Zeichner gehören vier Generationen an. Einige von ihnen erhielten ihre künstlerische Ausbildung und Prägung in der Zeit der Weimarer Republik oder in der des Nationalsozialismus, andere wiederum  fanden ihre Formensprache in der DDR oder in der Zeit nach 1990.  Etwa 75% der Zeichnungen entstanden  in der DDR-Zeit. Sachliches (Volker Stelzmann), Expressives (Wolfgang Henne), Realistisches  (Curt Querner)   und   Surreales    (Roger Loewig)

überwiegen, doch ebenso sind Haltungen des Informellen (Kathrin Harder) und der konkreten bzw. der konstruktiven Kunst (Wilhelm Müller) zu finden. Die Konzentration auf das Medium der Handzeichnung, letztendlich ist es die Faszination des Linearen,  ermöglicht einen sehr differenzierten Blick auf die vielfältigsten technischen Mittel und pragmatischen Möglichkeiten des Zeichnens. Dabei kann die Zeichnung sowohl Skizze vor der Natur und vor dem Model, als auch Studie für zu malende Bilder oder für räumliche Objekte sein. Sie kann ebenso zu einem Lehr- und Lernmittel oder  zu einer schnell hingeworfenen Ideenskizze werden, wofür beim Letzteren der italienische Begriff Disegno (das heißt sowohl Zeichnung als auch künstlerische Idee) stehen kann.

Abb. links: Gerhard Kettner (1928 – 1993), Dresden, Frau M. im Schaukelstuhl, 1976, Bleistift; 60,2 x 42,3 cm; bez. l .u.: Ge. Kettner 76, erworben 1976, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

Abb. Mitte: Ingo Kirchner (1930 – 1983), Berlin, Begegnung, 1972, Aquarell, Bleistift; 26,7 x 19,4 cm; bez. r. M.: Kirchner/72, erworben 1987, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

Abb.rechts: Wilhelm Lachnit (1899 – 1962), Dresden, Erst das Kind, dann die Mutter, 1945, Pastell; 50 x 35 cm; bez r. o.: Lachnit 45, erworben 1967, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

Die Bilder sind in der Spätrenaissancehalle des Rathauses chronologisch konzipiert. Verschiedene stilistische Haltungen ergeben zum Teil konträre Positionen. Auch die Blattgrößen sind sehr unterschiedlich. Es gibt die über 7 Meter lange Zeichnung von Hans Scheuerecker und wahrste Kabinettstücke, wie die handtellergroßen Entwürfe von Hans Ticha. Die  stilistischen Besonderheiten und der  formale Individualismus kommunizieren untereinander, der Besucher wird Zeuge und  Partner dieser Dialoge. 

Text/Kurator: Armin Hauer

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag  von 11.00 bis 17.00 Uhr

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