26.01.2003 - 09.03.2003
MEINE WELT
4.Biennale
ein Projekt des Museums Junge Kunst
in Zusammenarbeit mit dem
Wichernheim Frankfurt an der Oder e.V

Künstlerinnen und Künstler
aus den Ländern Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
die
anders sind


Wie in den vorangegangenen Biennalen wird Kunst vorgestellt, die sich nur recht schwer in eine Kategorie einordnen lässt. Outsiderart, Art brut (Jean Dubuffet!), authentische Kunst oder ähnliche Etikette versuchen ein Phänomen des Schöpferischen zu umreißen, das seit dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts nicht nur Künstler und Fachleute in den Bann gezogen hat.
Hier malen, basteln, zeichnen und montieren soziale, psychische als auch geistig kulturelle Außenseiter etwas, das der französische Maler und Kunstsammler Jean Dubuffet in den vierziger Jahren mit den Begriffen des Antikünstlerischen und des nicht Professionellen zu beschreiben versuchte. Seitdem haben sich die Theorien weiter entwickelt und der Blick ist viel differenzierter geworden. Schon längst ist diese Kunst zum Stammgast im Betriebssystem Kunst geworden. Dennoch bleibt sie ein Phänomen.
 

Die diesjährigen Biennaleteilnehmer kommen aus Rostock, Berlin, Bernau, Bützow, Frankfurt (Oder), Schwerin, Wismar, Weitin, Putbus, Lobetal, Nauen und Neuenkirchen. Sie malen und zeichnen in den Kliniken, in den Heimen, zu Hause oder in den sozialen Stützpunkten. Die Bedingungen dafür sind recht verschieden, mal mehr oder weniger günstig.

Doch was nützen die besten Bedingungen, wenn keine innere Notwendigkeit zum Formen und Gestalten vorhanden ist. Deshalb ist seit der ersten Biennale 1997 eines der Auswahlkriterien, dass die Arbeiten nicht eine Therapie dokumentieren sollen oder gar ein Geschicklichkeitsbeleg sein sollen. Es muss eine ästhetische Qualität ersichtlich sein, die etwas Originäres und Einmaliges hat, die etwas Dringliches vermittelt. Weiterhin dürfen die jetzigen Teilnehmer nicht zuvor an einer anderen MEINE WELT Biennale teilgenommen haben.

Die so von über 100 Bewerbungen ausgewählten cirka 250 Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Collagen, Puppen und Modelle sind höchst verschieden; Outsiderart oder Art brut ist kein stilistisches Korsett. Ganz im Gegenteil, überwog 2001 die Tendenz zur expressiven Farbgeste und zur rudimentären Formgebung sind nun verstärkt Menschen- und Tierdarstellungen vertreten. Das können Porträts und Selbstporträts sein (sie sind schematisch stark vereinfacht und dennoch nicht naiv), sowie Bilder in einer expressiven oder hyperrealen Gegenständlichkeit von der Welt da draußen.

Des Weiteren werden psychedelische Protokolle aus dämonischen Dimensionen, traumatische Kindheitsschicksale und die zutiefst persönlichen Verarbeitungen aktueller politischer Ereignisse ( 11. September 2001! ) vorgestellt. Aber ebenso werden skurril anrührende Tierskulpturen und Sperrmüll- und Kuscheltierobjekte die Besucher wieder in ihren Bann ziehen.

Fotos: H.- Peter Maihold

 

Armin Hauer


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