09.02.2003 - 23.03.2003
B
ĀLAVAT- AUSSTELLUNG
[ Eckehard Böttrich - 1937 ]

 

Die Währung des Geistes
Bilder, Objekte


Seine Arbeiten bewegen sich stilistisch zwischen Surrealismus und einer dadaistisch getränkten Pop Art. Er verwendet Nippes, Kitschmalereien und sonstige Fundstücke von Trödelmärkten, baut in seine mit strahlenden Farben grundierten Tableaus Spielzeugautos, Helden aus der Comic- und Fernsehwelt ein und gibt diesen Einblicken in vertraut-fremde Welten Titel wie zum Beispiel: Das Nichts und der Batman oder Die Bombe und der Geist. Doch dabei belässt es der sich selbst zum SUPRA-AVANTGARDISTen ernannte nicht. Er versteht sich auch nicht als reiner Künstler, der sich nur als ästhetisch fixierter Spezialist auf das Bildermachen beschränkt; deshalb bezeichnet er auch seine Arbeiten als Nichtkunst.  Vielmehr  sieht  er sich als  einen  „pragmatischen Philosophen", „.... der seit mehr als 25 Jahren einen außergewöhnlichen geisteswissenschaftlichen Selbstversuch der Apersonalisierung des Denkens..." (B.) nachgeht.  Die Bilder sind ihm Hilfsmittel zur Vermittlung seiner Welterfahrung.  Deshalb  gibt  es zu  jedem  Bild und  zu jedem  Objekt  erläuternde  Texte,  die  dem  Besucher die  Bedeutung  des  Sichtbaren erklären. Ihm wird mit den Augen sogleich der Geist für die Ideen ( „Idee ist substantiell" ) geöffnet: Denn das, was man sieht, ist nicht das, was es ist und was es bedeutet. In seinen publizierten philosophischen, erkenntnistheoretischen und wissenschaftlichen Abhandlungen entwirft er eine ganzheitliche Methode des Erkennens, die alles bisher im abendländischen Denken Abgesicherte ganz einfach für falsch erklärt.

Schon sein Künstlername B
ĀLAVAT ist Programm: BĀLAVAT kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie das Kind, also unschuldig wie ein Kind ( Ein Kind erkannte ja die neuen Kleider des Kaisers als pure Nacktheit des Trägers und sagte das auch).

Dass der 1937 in Cottbus Geborene und 1958 aus der DDR Ausgewiesene mit dieser höchst unzeitgemäßen Auffassung im deutschen Kulturraum als nicht trendgemäßer Einzelgänger dasteht, versteht sich von selbst.
Scheinbar hat er ein Sakrileg der Postmoderne gebrochen:
„Kunst hat keine Wahrheiten mehr zu verkünden!", denn bisher hatte er so gut wie noch nie in einem Kunstmuseum ausgestellt.

 

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Armin Hauer