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Schlaglichter. Sammlungsgeschichten(n)

Das dkw. im Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)
29.01. – 17.04.2017

Packhof Teil 1: 1977 – 1990 / Rathaushalle Teil 2: 1991 – 2016

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, 1977 gegründet, stellt heute, nach wechsel-voller Geschichte, eine lebendige Kunstinstitution dar, die jährlich ca. 35.000 Besuchern 14 Ausstellungen sowie transdisziplinäre Rahmenprogramme (Vorträge, Literaturdebatten, Künstlergespräche, Konzerte) und umfangreiche museumspädagogische Aktivitäten bietet.

Das Museum beherbergt rund 30.000 Kunstwerke in den drei Abteilungen Bildende Kunst (Malerei, Plastik, Zeichnung, Grafik, Künstlerbuch), Fotografie und Plakatkunst. Die beiden letzteren wurden 1979 als gleichwertige Sammlungsbereiche begründet. Dies stellte ein No-vum nicht nur in der ostdeutschen Museumslandschaft dar, sondern erwies sich als ein inno-vatives und bis heute tragfähiges Konzept. In allen Sammlungsbereichen sind der Bestand und dessen Besonderheit durch Qualität und Quantität künstlerischer Positionen und Werke aus der DDR sowie den Traditionslinien von Kunst aus dem ostdeutschen Kulturraum geprägt. Seit 1990 ist das Ausstellungsprogramm, aber auch die Sammlungserweiterung durch eine explizite Internationalisierung gekennzeichnet.
Die zeitliche Spanne des Sammlungsgutes reicht von der vorletzten Jahrhundertwende über den Spätexpressionismus und die Neue Sachlichkeit bis zur Gegenwartskunst, wobei gut 75 Prozent der Werke aus der DDR stammen.

Das dkw. befindet sich als Landeseinrichtung gemeinsam mit dem Staatstheater Cottbus unter dem Dach der 2004 gegründeten Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus.

Im Rahmen des Projektes „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ zielt die Ausstellung da-rauf ab, die jeweilige Sammlungsgenese der Museen und des Kunstarchiv Beeskow in der Gegenüberstellung von zeittypischen mit qualitätsvollen Kunstwerken sowie deren kunsthisto-rischen Bezüge zu verdeutlichen.

Anstatt die Abfolge der Exponate über Themen oder entlang der Chronologie der Werkentste-hung zu organisieren, orientiert sich die Präsentation "Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)" an den Daten und Zeiträumen der Sammlungseingänge durch Ankäufe und Schenkungen. Die Arbeitsgrundlage bildeten 5-Jahresschritte, die jedoch kein Dogma darstellen, sondern nur eine Maßgabe, um auch den subjektiven Faktor einzugrenzen. Anhand der samm-lungsgeschichtlichen Achse eröffnen sich so schlaglichtartig prägnante Einblicke in die Kunst-bestände, wobei durch das heterogene Nebeneinander von Einzelwerken, die dennoch ihre Autonomie behalten, die Sammlungsentwicklung ebenso wie die Museumsgeschichte reflek-tiert wird.

Rund 220 Kunstwerke aus der Sammlung des dkw. entfalten an den beiden Ausstellungsorten des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder) – im Packhof (ca. 90 Exponate aus dem Zeitraum zwischen 1912 und 1989) und in der Rathaushalle (ca. 130 Werke aus dem Zeitraum 1920 bis 2015) – ein einmaliges Panorama. Liegt der Schwerpunkt hierbei auf dem spannungsreichen Neben- und Miteinander von Malerei, Fotografie und Plakat, so werden auch prägnante Einzelstücke aus den Sammlungsbereichen Skulptur, Zeichnung, Druckgrafik und Künstlerbuch einbezogen.

Im PackHof 1977 – 1990
Das Spektrum entfaltet sich bei den frühen Erwerbungen von Hannelore Kirchhof-Borns Ge-mälde „Kraftwerk“ aus dem Energie-Pleinair 1977, über Arbeiten auf Papier von Hermann Glöckner, Fotografien des Bauhauskünstlers Albert Henning und bis zu Plakaten von Lutz Dammbeck und Helmut Brade. Damit ist exemplarisch umrissen, dass zwar kulturpolitische Vorgaben eingehalten wurden, zugleich aber rieb man sich daran und erwarb zunehmend Kunst, die abseits des sozialistischen Realismus‘ entstand. Dahinein webt sich manch histori-scher Aspekt, u.a. mit den Ankäufen der sog. „proletarisch-revolutionären“ Kunst, für die etwa Gustav Alfred Müller steht. Zunehmend spürbar wird in den letzten Jahren der DDR, dass die kritischen wie experimentellen Sichtweisen, so in Arbeiten von Thomas Florschuetz (Fotogra-fie), Jürgen Wenzel (Malerei), Jürgen Haufe (Plakat) oder Rolf Biebl (Skulptur) markant her-vortreten.

In der Rathaushalle 1991 – 2016
Nach der Systemwende, mit der Übernahme in die Kulturhoheit des Landes Brandenburg, firmierte das Haus ab 1991 als "Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus". Mit Nachkäu-fen, wie einer Reihe von Rollomalereien, z.B. von Andreas Küchler sowie Fotoarbeiten von Maria Sewcz und Gundula Schulze El Dowy, konnten Lücken im Bestand geschlossen wer-den. Ab Ende der 1990er Jahre wurde versucht, auf internationalem Parkett das Themenge-biet „Landschaft/Natur/Raum/ Umwelt“ zu verankern. Hierher gehören Erwerbungen von Klaus Hartmann, Edwin Zwakman, Per Kirkeby und Olaf Nicolai. Aktuelle Aktivitäten richten sich auf die Kontextualisierung und Reflexion der reichen Bestände ostdeutscher Kunst. Hierzu zählen Neuzugänge von Max Uhlig, Klaus Killisch und eine Kollektion von Künstlerplakaten. Zudem erfährt die umfangreiche Sammlung an Autorenfotografie aus der DDR Zuwachs durch jünge-re Positionen wie etwa Marc Räder, Stephanie Steinkopf und Michael Schade.

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  Ausstellung in drei Teilen in Cottbus / Eisenhüttenstadt / Frankfurt (Oder)

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