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RATHAUSHALLE / FESTSAAL
MARKTPLATZ 1
03.09.2017 - 19.11.2017

(Quer)Köpfe. Otto Dix und Erna Schmidt-Caroll
& Werke aus der Sammlung

Otto Dix (1891-1969), Erna Schmidt-Caroll (1896-1964)

Eröffnung 03. September 2017, 11:00 Uhr in der Rathaushalle, Frankfurt (Oder)
Marktplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder)
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr | Montag geschlossen
Infothek: Telefon 0335 / 5524150


Wie kaum ein anderer deutscher Künstler fing der Maler und Grafiker Otto Dix (1891–1969) in seinen kraftvollen Werken die brüchigen Zeiten der 1920er-Jahre in all ihrer Widersprüchlichkeit ein. Seine realistischen, manchmal hart überzeichneten Bildwelten prägen das kollektive Gedächtnis an die Weimarer Republik bis ins Heute. Im neuen Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zeigen zwei Ausstellungen an den Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) Arbeiten von Otto Dix, seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll (1896¬–1964) sowie aus der neu vereinten Sammlung aus den 1970er- und 1990er-Jahren.

Die beiden zeitlich parallel laufenden Ausstellungen „Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen“ in Cottbus und „(Quer)Köpfe“ in Frankfurt (Oder) bilden den Auftakt der Programmverzahnung beider Standorte durch thematische, künstlerische und kunsthistorische Zusammenhänge sowie die gemeinsame Kontextualisierung der gesamten Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

In der Ausstellung „(Quer)Köpfe“ in der Rathaushalle in Frankfurt (Oder) treffen ca. 25 Porträts von Otto Dix (1891–1969) auf 45 Werke seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll (1896–1964) sowie auf mehr als 50 Arbeiten der 1970er- und 1990er-Jahre aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

Für seine entwaffnenden Porträts der Neuen Sachlichkeit war Otto Dix schon zu Lebzeiten berühmt, er galt als Meister dieser traditionsreichen Gattung, der er ganz neue Impulse verlieh. Seine Malerkollegin Erna Schmidt-Caroll wirft einen feineren, psychologisierenden Blick auf die von ihr festgehaltenen Gesichter. Die Künstlerin wirkte auch als Modezeichnerin und Buchillustratorin in Berlin und München. Sie arbeitete in den 1920er-Jahren an einer facettenreichen Darstellung der Gesellschaft, insbesondere das pulsierende Leben der Großstadt war ihr Thema. Skizzenhaft stellt sie Menschen im Café dar, Passanten auf der Straße sowie im Getriebe der Metropole.
Vor allem widmet sie sich der modischen und modernen Frau der 1920er-Jahre, die als „Neue Frau“ in die Geschichte einging.

Die unterschiedlichen Positionen aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden mit Werken aus der Sammlung (u.a. von Lutz Friedel, Clemens Gröszer, Herta Günther, Ulrich Hachulla, Harald K. Schulze, Volker Stelzmann, Doris Ziegler u.v.m.) kontrastiert, die aus den 1970er- und 1990er-Jahren stammen und sowohl die Differenzen wie Analogien in ihren Porträtauffassungen zeigen. Mit vielen selten gezeigten Werken aus der Sammlung wirft die Ausstellung einen präzisen wie kritischen Blick auf eines der zentralen Themen der Kunstgeschichte. Fragen nach sozialer Repräsentation und identitärer (Selbst-)Vergewisserung spielen in dieser Bildgattung eine ebenso wichtige Rolle wie eine kritische Gesellschaftsbetrachtung.

Otto Dix
Kopf (Frau Martha Dix oder Frau Ey), 1922, Aquarell mit Bleistiftvorzeichnung, Kulturstiftung der ZF Passau GmbH, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Erna Schmidt-Caroll
Der Kellner, um 1930, Kohle und Pastellkreide, © Nachlass Erna Schmidt-Caroll

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