AUSSTELLUNGEN 2016/17

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Rathaushalle , Marktplatz 1

Öffnungszeiten: Di - So von 11.00 bis 17.00 Uhr

RATHAUSHALLE
MARKTPLATZ 1
29.04.2018 - 29.07.2018

Günther Hornig - Das Wuchern der Ordnung

Günther Hornig (1937), Dresden

Eröffnung am 29. April 2018, Rathaushalle - Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Marktplatz 1


ZUR AUSSTELLUNG

Malerei auf Papier und Objekte von Günther Hornig (1937-2016), dem großen Abstrakten aus Dresden, werden in der Spätrenaissancehalle vorgestellt. Es sind etwa 110 Arbeiten aus einer Schaffenszeit von über 50 Jahren. Bewusst wurde auf großformatige Malerei, bis auf zwei Ausnahmen, verzichtet. In den Gouachen, Mischtechniken und Collagen ergeben sich stilistisch konträre Haltungen. Man hat das Gefühl, dem Maler beim seriellen Entwickeln von Bildräumen und ?ordnungen und ihrer Dekonstruktion zuzusehen. Stilistische Kontinuitäten und Diskontinuitäten bedingen ein in sich offenes, zugleich authentisch schlüssiges Lebenswerk, dessen Grundimpulse Strukturuntersuchungen, Experimentierfreude und eine vitale, farblich hochkultivierte, fast barocke Opulenz sind; letzteres trat vor allem ab den Neunzigerjahren immer stärker in Erscheinung.

Hornig stand in der DDR-Zeit und steht noch heute, als ein stilistisch schwer zu bestimmender Einzelgänger da. Das betrifft den Kontext zu den im Umfeld der Konstruktiven und Konkreten Kunst Arbeitenden, wie der Patriarch der Moderne Hermann Glöckner, Karl-Heinz Adler, Horst Bartnig und Helmut Senf sowie die informell Abstrakten Herbert Kunze, Renate Göritz, Hans Christoph und Helmut Schmidt-Kirstein. Den engen DDR-Rahmen verlassend, korrespondieren heute seine Arbeiten selbstbewusst mit denen von Imi Knoebel, Frank Stella, Pierre Clerk, Ellsworth Kelly über Farben, Formen, Rhythmen.

Seine Bilder und Objekte konnten sich relativ ruhig im kulturpolitischen Windschatten der DDR entfalten. Die unterschiedlichen Lehrtätigkeiten an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden (Fachbereiche Theatermalerei, Bühnenbild) und eine später folgende Professur für Malerei und Grafik (Fachbereich Freie Kunst) sicherten ihm sein Auskommen. Zudem kam diese Position seinem pädagogischen Geschick und seiner Neigung zum Lehren und Anregen entgegen. Die Klassen waren ein Ort der freien Kommunikation, des körperlich experimentierenden Agierens im sozialdeterminierten Raum, verbunden mit der Aufforderung an den Schüler, das Vorhandene zu hinterfragen und sich kompromisslos eine eigene Position zu erarbeiten. Die in den späten Achtzigern unter dem Namen der ?Autoperforationsartisten? auftretenden Else Gabriel, Rainer Görß, Michael Brendel und Via Lewandowksy waren unter anderen seine Schüler sowie der Konzept- und Aktionskünstler Erhard Monden.

Ambivalenz als Impuls des Schöpferischen

Seit den Sechzigerjahren gab es ein Pendeln zwischen dem Emotionalen und Rationalen, der Fläche und dem Raum, zwischen Ordnung und Chaos, Ruhe und Bewegung. Die Ambivalenz war der Impuls des Schöpferischen. Den Ausgangspunkt bildete eine realistische Sichtweise. Aus dieser Frühphase begrüßt in der chronologisch konzipierten Ausstellung ein Selbstporträt den Betrachter. Es folgen kraftvolle Zeichnungen mit kubistisch durchdeklinierten Akten und farbige Blätter, in denen Landschaften und Architekturen ahnbar sind. Danach wurden informelle Strukturen und erdhafte Farben zugleich Motiv und Thema. Impulse und Einflüsse der Informellen Kunst, einschließlich ihres seismografischen Dokumentierens von Gefühlsregungen, hinterließen ihre Spuren. Es wurde collagiert, gefaltet, getröpfelt und gerissen. Feinste Farbdifferenzierungen im Ocker- und Braunbereich assoziieren emotionalisierte Bildräume. Parallel dazu arbeitete Hornig am "Ausstieg" des Bildhaften von der Wand. Es verließ den Wahrnehmungsraum und eroberte mit den Materialbildern, Wandobjekten, Türmen und bemalten Objekten den Realraum. Assemblagen in Kastenformen erinnern an Zerstörtes, an bizarr Wucherndes und an sich selbst regenerierende Strukturen. Im Mittelpunkt des Interesses stand weniger das emotional ethische Moment, als vielmehr das Fixieren von strukturell sich stetig wandelnden Prozessen. Rasterformen stehen den "chaotischen Strukturen" entgegen. Sie wirken gleich Wabenformen und verweisen, trotz der geometrischen Rhythmik, auf ein organisches Prinzip des Werdens.

Konzeptioneller Wandel

Bis etwa zu Beginn der Achtzigerjahre herrschten Arbeitsstrategien der Komposition, des Einfühlsamen und des Intuitiven vor. Der Werkprozess basierte auf der Einbeziehung des Zufalls und dessen Steuerung. Dann wandelte sich die Stilistik und Konzeption, doch die prinzipiellen Fragestellungen nach Form/Farbe, Figur/Fläche, Detail/Ganzes, Rhythmus/Raum blieben die gleichen wie die Jahre zuvor. Es wich jedoch das Introspektive, Spekulative und Gefühlsbetonte dem entemotionalisierten Entwickeln von flächen- und raumgreifenden Strukturen; in einigen Blättern trifft Gestisches gleichnishaft auf Rasterstrukturen oder negiert diese. Methoden der Konkreten Kunst und der Minimal Art traten in den Vordergrund, wie die Addition von Grundformen, die fast lehrbuchhaft vorgeführt werden. Raster, Kurviges, prismatisch Scheinräumliches und Dekoratives bestimmen den Formenkanon, erweiterten den Bildraum in alle Richtungen und entgrenzten ihn. Das konnte mittels genormter Papiere, Lochstreifen oder eingefärbter Pappen, die Rhythmen und Morphologie des Entstandenen in sich tragen, geschehen. Die Papierschnipsel ersetzten den Pinselduktus und die "Machart" des Werkes wird für den Betrachter zu einem handwerklich nachvollziehbaren Prozess, auch wenn manchmal ein Zufallsgenerator die Papierstreifen zu verteilen scheint, die sich über einem gestisch strukturierten Farbgrund verbreiten. Der paradoxeTitel "Das Wuchern der Ordnung" ist hier zutreffend, wie ebenso für die sich wacklig in die Höhe verschachtelnden Türme. Sie entstanden aus einer Schaffenskrise heraus und gaben weitere Impulse für Kommendes. Durch das didaktisch nachvollziehbare Zusammenkleben von farbigen Pappstreifen wird das Prinzip des Seriellen und des Handwerklichen vorgeführt.

Nach 2000 tauchten in kleinformatigen Zeichnungen menschliche Figuren auf, wie es bereits in den Sechzigerjahren der Fall war. Aus einem umfangreichen Konvolut des unermüdlichen Zeichners werden circa zehn Arbeiten vorgestellt. Sie beenden den Rundgang durch die Ausstellung. Bisher waren diese Bilder, bei denen sich Formen aus der Linie entwickeln und sich in ein Grundraster einspannen, eher selten zu sehen. Formüberlagerungen, Durchblicke und farbliche Rhythmisierungen greifen die Prinzipien der konstruktiven Wandreliefs auf und übertragen diese in etwas Sicht- und Deutbares; liegende und stehende Figuren werden assoziiert. Trotz des kleinen Formates wirken die Figurationen monumental und auf sich selbst verweisend.

Kurzbiografie

  • 1937 geboren in Bitterfeld
  • 1951 - 1954 Besuch der Oberschule in Bitterfeld
  • 1954 - 1956 Lehre als Theatermaler und Bühnenbildassistent am Landestheater Halle/Saale
  • 1956 - 1957 Bühnenbildassistent am Hans-Otto-Theater in Potsdam
  • 1957 - 1962 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden) bei Erich Fraaß, Herbert Kunze und Paul Michaelis
  • 1962 - 1963 Werkvertrag als Bildender Künstler mit dem Reifenwerk und der Baumwollspinnerei Riesa
  • 1963 Umzug ins Künstlerhaus Loschwitz
  • 1963 - 1966 Aspirant an der HfBK Dresden
  • 1964 - 1966 Lehrauftrag für Fachunterricht für Malerei und Grafik an der Abendschule ebd.
  • 1966 - 1967 Ausstattungsleiter am Theater der Bergarbeiter Senftenberg
  • 1967 - 1968 Fachschullehrer für das Grundlagenstudium im Fachschulbereich Theatermalerei an der HfBK Dresden
  • 1968 - 1988 Lehrer im Hochschuldienst für das Grundlagenstudium im Fachbereich Bühnenbild der HfBK Dresden, Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR
  • 1988 - 1993 Dozent (Leiter des Grundlagenstudiums) der Abteilung Bühnenbild an der HfBK Dresden
  • 1993 - 2002 Professor für Malerei und Grafik im Fachbereich Freie Kunst ebd.
  • seit 1995 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes lebte und arbeitete in Dresden
  • 2016 verstorben ebd.


Günther Hornig, LAP-05,1988, Collage, 75,5 x 50,5 cm, Foto: W. Mausolf, © Nachlass Hornig


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Packhof,  C.-Ph.-E.-Bach-Str. 11

Öffnungszeiten: Di - So von 11.00 bis 17.00 Uhr

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PACKHOF DES MUSEUMS
C.-PH.-E.-BACH-STR. 11
01.12.2017 - 11.02.2018

Wilhelm Lachnit. Sachlichkeit und Melancholie

Wilhelm Lachnit (1899), Gittersee bei Dresden

Eröffnung am 25. Februar 2018 um 11 Uhr, Packhof Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11


ZUR AUSSTELLUNG

Ungewöhnlich für eine Ausstellung des Packhofes ist die Vorstellung eines Künstlers, dessen Geburtsdatum in das Jahr 1899 fällt. Eigentlich ist das der Ort, an dem sich junge Positionen der Gegenwartskunst vorstellen. Doch Wilhelm Lachnit zählt zu den Dresdnern Künstlern, die sich in der Nachkriegszeit der klassischen Moderne verpflichtet fühlten und zugleich an einer noblen Dresdner Malkultur festhielten, die auf dem kultivierten Klang von Form und Farbe basierte ohne der Gegenständlichkeit zu entsagen. Dabei wurde eine kompositorische Strenge zum Grundtenor seiner Porträts, Stillleben, Zirkusszenen, Akte und Landschaften. Seine Sujets gehen metaphorisch weit über das Sichtbare hinaus. Sie vermitteln ein Gefühl von Schönheit und Melancholie, Wohlklang und unterschwelliger Dissonanz.

Entfernt von den kulturpolitischen Forderungen der SED

Den Forderungen in den Fünfzigerjahren nach Agitation und Propaganda im Stile des Sozialistischen Realismus seitens der SED (Stichwort Formalismusdiskussion) kam er ebensowenig nach wie seine Altersgenossen Albert Wigand (1890-1978), Theodor Rosenhauer (1901-1996), Curt Querner (1904-1976), Hermann Glöckner (1889-1987), Hans Jüchser (1894-1977), Karl Kröner (1887-1972) oder Joachim Heuer (1900-1994), um nur einige zu nennen. Das hatte zur Folge, dass er 1954 seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste unter Zwang aufgeben musste. Als geachteter Lehrer vermittelte er dennoch eine malerische Haltung, die prägende Spuren unter anderem in den Bildern von Harald Metzkes (1929), Jürgen Böttcher (Strawalde) (1931) und Manfred Böttcher (1933-2001) hinterließen. Wilhelm Lachnit selbst studierte von 1921 bis 1923 an der Dresdner Akademie für Bildende Künste und war Meisterschüler bei Richard Dreher (1875-1932). Zu seinem Künstlerumfeld zählten unter anderem Otto Dix (1891-1969), Curt Querner, Otto Griebel (1895-1972), Eugen Hoffmann (1892-1954), Hans Grundig (1901-1958) und Lea Grundig (1906-1977). Als Mitglied der KPD und der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ARBK) sah er in der Kunst ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das wiederum nicht unmittelbar in den Bildwelten zu erkennen sein sollte. In der Zeit von 1933 bis 1945 kam es zu Arbeitseinschränkungen.

Die Ausstellung stellt rund 50 Malereien, Radierungen, Pastelle und Monotypien vor. Die Bilder gehören zum Bestand des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst. Dadurch ist ein kleiner, aber ebenso repräsentativer Einblick in das umfangreiche Lebenswerk des Malers gegeben. Hinzu kommen Plastiken der Dresdner Walter Arnold (1909-1979), Eugen Hoffmann, Gerd Jaeger (1927), Max Lachnit (1900-1972), Reinhold Langner (1905-1957), Lucie Prussog (1900-1990) und Willy Wolff (1905-1985). Ihre Arbeiten weisen direkt oder indirekt eine ähnliche Grundstimmung oder formale Haltung auf, wie sie in den Bildern anklingen. Somit gerät der Betrachter in ein sinnliches Zwiegespräch zwischen Bild und Skulptur, zwischen dem Zwei- und Dreidimensionalen.

Vor 1945 - Neue Sachlichkeit und etwas Neoklassizismus

Die Konzeption der sechs Räume des Packhofes konzentriert sich in den ersten drei auf circa 25 Zeichnungen, Radierungen und Pastelle vor 1945. Zu sehen sind Porträts von Bekannten und von Menschen aus den unteren sozialen Schichten. Im Stil der neuen Sachlichkeit, dennoch anders als Dix, interessierte sich Wilhem Lachnit für das Seelische und das Empfindsame im Gegenüber und für das, was die konkrete Zeit als soziale Prägung in die Personen "eingeschrieben" hat. Bereits hier wird seine ihm eigene spröde Bildsprache, bestehend aus poetischer Innerlichkeit und der Neigung zum wehmütigen Sound des Melancholischen spürbar. Kleinformatige Radierungen von kargen Landschaften oder ein an Dürers (1471-1528) Rasenstück erinnerndes "Wiesenstück" zeugen von seinem handwerklichen Können. In den Dreißiger- und frühen Vierzigerjahren wurde sein Stil etwas neoklassizistischer und symbolischer. Gut zu sehen ist das im kleinformatigen Knabenbildnis, gemalt in altmeisterlicher Lasurtechnik, und im Pastell "Abschied des Kriegers" von 1940; das Jahr in dem Deutschland Frankreich überfiel. Nach dem unmittelbaren Kriegsende standen für ihn Trauer und Mitgefühl im Vordergrund. Das Pastell "Erst die Mutter dann das Kind" (1945) zeigt eine Frau mit entblößter Brust und einem Kind im Arm. Vor den beiden steht ein Teller auf dem Tisch und die Frau hält einen Löffel in der Hand. Ikonografisch verbindet sich hier die Mariendarstellung mit der Caritassymbolik; Mutter- und Nächstenliebe werden zum Sinnbild auf Hunger und Leid.



Den Bildern zugeordnet sind Plastiken wie die formreduzierte "Wischfrau" (1930/32) von Lucie Prussog und die veristisch wirkende "Schwangere" (um 1940) von Reinhold Langner. Ein Grundgefühl der Zeit, irgendwo schwankend zwischen Angst und Hoffnung, Scham und Wut, Verzweiflung und dem nackten Überlebenswillen, vermitteln die "Trauernde Frau" (1943), ebenfalls von Langner, die "Tröstende Umarmung" (1948/50) von Eugen Hoffmann und eine stilistisch auf Henry Moore verweisende "Auschwitzgruppe" (1949/52) von Max Lachnit, dem Bruder des Malers.

Nach 1945 - Dialog mit der Moderne

Die anderen drei Räume des Packhofes sind den rund 30 Malereien und Arbeiten auf Papier vorbehalten. Sie entstanden in den Fünfzigerjahren und reichen bis zu seinem Tod 1962. Das Kolorit geriet spröder und kontrastreicher, manchmal fast spätexpressionistisch und die altmeisterliche Malweise in den Tempera- und Ölbildern verschwand allmählich. In der Druckgrafik kam es zu unkonventionellen Experimenten und die vielfältigen Möglichkeiten der Monotypie inspirierten ihn. Generell wurden jetzt Personen, Landschaften und Dinge abstrahierend wahrgenommen und auf Grundformen reduziert. Dadurch gerieten die Kompositionen überschaubarer. Sie ließen keinen Raum für Anekdotisches und konzentrierten sich auf Wesentliches. Der dadurch ermöglichte Ton des "In sich Ruhens" ist in der Bronzeplastik "Brotschneidende" (1949) von Walter Arnold ebenso wiederzufinden wie in den Mutter-und-Kind-Darstellungen, in den ornamental-bukolischen Akten und im üppigen Vanitas-Stillleben mit Masken, Kerze und Spiegel. Der jüngere Bildhauer Gerd Jäger befasste sich ebenfalls in den Fünfzigern mit dem Abstrahieren von Formen und mit der Suche nach einer unsentimentalen, dem Zufall der Natur enthobenen Figürlichkeit. In der Nähe des Bildes "Freundinnen" (1950/55) und der nobel erstrahlenden "Lesende mit Papagei" (1957) steht seine an ein archaisches Idol gemahnende Bronzebüste der "Tänzerin S.L." (1953). Sie weist eine gewisse Zeitlosigkeit auf und gleichzeitig erhält sie individuelle Züge einer sensiblen Künstlerin. Die Tuschezeichnungen, Pastelle und kostbar wirkenden Monotypien vermitteln einen freieren rhythmischen Form- und Farbklang als in der Malerei. Bäume, Hügel und Gebäude wurden als Kuben aufgefasst und der Mensch geriet zum gleichnishaften Bildzeichen. Ein schöner Bild-Raum-Akkord ergibt sich durch den Dialog zwischen dem kubistisch inspirierten Holzrelief von Willy Wolff und den leuchtenden Landschaftspastellen.

Wilhelm Lachnit nimmt in seiner letzten Schaffensphase Anregungen von Picasso (1881-1972), Henri Matisse (1869-1954), George Braque (1882-1963) und Karl Hofer (1878-1955) auf. Damit zählt er zu denjenigen in der DDR, die trotz widriger kulturpolitischer Bedingungen den Dialog mit der Moderne aufrecht erhielten und ihren schöpferischen Beitrag hinzufügten. Das geschah in Form von einigen öffentlichen Aufträgen, nicht selten kulturpolitisch verdammt, mit kleineren Personalausstellungen und einigen Ausstellungsbeteiligungen innerhalb und außerhalb des Landes. Hier wiederum kam es in der DDR des Öfteren zum Ausjurieren seiner Beiträge. Doch bei privaten Sammlern und Kunstfreunden waren seine Bilder begehrt und "mutige DDR-Museen" erwarben sie bereits zu seiner Lebenszeit.

Kurzbiografie

  • 1899 geboren in Gittersee bei Dresden
  • 1914 - 1918 Lehre als Schriftmaler und Lackierer, Teilnahme an Abendkursen der Dresdner Kunstgewerbeschule
  • 1918 - 1920 Arbeit als Dekorationsmaler
  • 1921 - 1923 Studium an der Dresdner Akademie für Bildende Künste, Meisterschüler bei Richard Dreher
  • seit 1924 freischaffend in Dresden
  • 1925 Eintritt in die DKP
  • 1929 Gründer der Dresdner Ortsgruppe der ARBK (Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschland)
  • 1933 Inhaftierung/Entlassung, Gelegenheitsarbeiten als Ausstellungs- und Messegestalter
  • 1945 Einberufung zum Volkssturm
  • 1947 - 1954 Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • seit 1954 freischaffend
  • Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR)
  • 1962 gestorben in Dresden


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und Kultur des Landes Brandenburg und der Stadt Frankfurt (Oder) gefördert

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